Modernes Orchester des TuS Syke liefert vor vollen Zuschauerreihen ein beeindruckendes Open-Air-Konzert ab

Das Vorwerk als Landsitz von James Bond?!

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Das Moderne Orchester des TuS Syke sorgte im Vorwerk-Garten für Begeisterung.

Von Angelika Kratz. Die Wolfsschlucht blieb verwaist. Viel zu matschig war der Waldboden, nur ein Vogelkonzert auf den Bäumen hätte dort stattfinden können. Das Moderne Orchester des TuS Syke fand indes für sein Herbstkonzert einen fast ebenso schönen Rahmen im Garten hinter dem Vorwerk, dem Zentrum für zeitgenössische Kunst.

Immer mehr Bänke mussten die Helfer vom Veranstalter „Stadt und Kultur“ vom Pritschenwagen des Bauhofs holen. Der Besucherstrom riss nicht ab. Clevere hatten sich warme Decken oder Sitzkissen mitgebracht, bei einer Familie wurde gar ein Picknickkorb ausgepackt. Locker war die Stimmung, und mit viel Applaus wurde das Orchester unter der Leitung von Sabine Rosenbrock begrüßt.

Das startete sein zweistündiges Programm mit der „Fanfare for the Common Man“. Gekonnt interpretiert sie das sinfonische Blasorchester in Syke, dessen engagierte Musiker zwischen 14 bis 60 Jahren zur monatlichen Probe von Hamburg bis Göttingen anreisen.

„Eigentlich war das Programm für die Wolfsschlucht konzipiert“, führte Sabine Rosenbrock gewohnt locker mit vielen Informationen durch den Nachmittag. Der Garten im Vorwerk tat sein Bestes, sich den Horden der Kelten anzupassen. Die tobten einst durch den Syker Wald, hatten aber durchaus bereits viel Kultur entwickelt.

Das schlug sich auch in den Noten des „Celtic Rituals“ von John Higgins nieder. Neben aufbrausenden Tönen gab es romantische Sätze zum Träumen unter dem grünen Laubdach des Vorwerks. Drachen wurden mit dem Animationsfilm „Drachenzähmen leicht gemacht“ lebendig.

„Wer hat die Last Night of Proms gesehen?“, wollte Sabine Rosenbrock vom Publikum wissen. Viele hielten die Hände hoch – aber leider hatte keiner seine für den vierten Satz geforderte Tröte mitgebracht. Stattdessen gab es ein wenig Gymnastik für Beine und klatschende Hände, deren Choreographie perfekt vom Taktstock geleitet wurde.

„Jetzt kommt die Phase ins Programm, wo das Gebäude hier endlich passt“, adelte die Orchesterleiterin das Vorwerk zu einem leicht verkommenden Landsitz von James Bond. Das amüsierte Publikum ließ sich gerne zum Landadel erheben und genoss das Medley um James Bond.

Das Moderne Orchester lieferte an diesem Tag eine beeindruckende Leistung, die auf allen Gesichtern im Garten ein ansteckendes Lächeln hervorrief. Leider viel zu selten ist die Gruppe zu hören. Entsprechend vehement forderte das Publikum zwei Zugaben ein, die gerne gegeben wurden.

Noch einmal ist in diesem Jahr das Orchester zu hören. Nicht wie gewohnt im November im Syker Theater, sondern erst am 6. Dezember zum Nikolaustag in der Syker Christuskirche.

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