Endstation: Eigenbedarf

Modell-Eisenbahn-Club Syke muss aus seinem Vereinsheim auf dem Gelände des Barrier Tennis-Clubs ausziehen

Ihre stationäre Anlage müssen Jürgen Reinhardt (links) und Andreas Kühne vom Modell-Eisenbahn-Club Syke bald abbauen.
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Ihre stationäre Anlage müssen Jürgen Reinhardt (links) und Andreas Kühne vom Modell-Eisenbahn-Club Syke bald abbauen.

Nach 18 Jahren erhielt der Modell-Eisenbahn-Club Syke vor wenigen Wochen die Kündigung für den Mietvertrag seines Vereinsheims. Der Barrier Tennis-Club als Vermieter benötigt das Gebäude für eigene Zwecke. Nun befinden sich die Modell-Eisenbahner auf der Suche nach einer neuen Bleibe – im Sommer 2022 muss er aus dem Vereinsheim raus sein.

Barrien – Helle Begeisterung bei Lena, Paul und Jannes: Die drei Elfjährigen sind im Rahmen der Ferienspaß-Aktion zu Besuch beim Modell-Eisenbahn-Club Syke (MECS) in Barrien. Doch es dürfte das letzte Mal sein, dass der Verein dort solch eine Aktion anbieten kann. Der MECS muss sein Vereinsheim räumen. Ihm wurde der Mietvertrag gekündigt.

Barrier Tennis-Club will Investieren

„Traurig“, sei man im Verein, „und ein bisschen enttäuscht“, sagt Jürgen Reinhardt. Als langjähriges Mitglied war er bereits 2003 dabei, als der MECS aus seinem alten Vereinsheim in der Grundschule Heiligenrode ausziehen musste und eine neue Heimat beim Barrier Tennis-Club (BTC) fand. Doch Anfang Juni kam, überraschend für alle im Verein, die Kündigung vom BTC. Wegen Eigenbedarf.

„Wir wollen weiter wachsen“, sagt Gerhard Wehdeking vom Vorstand des Tennis-Clubs. „Es stehen größere Investitionen auf der Anlage an und dafür brauchen wir unser altes Clubhaus.“ So sollen dort unter anderem das Vorstandsbüro, Umkleideräume und technische Anlagen untergebracht werden. „Wir müssen an uns selber denken und können daher keine Rücksicht auf den Mieter nehmen.“ Das Verhältnis beider benachbarten Vereine untereinander sei aber stets ein gutes gewesen, betonen beide Seiten.

Das Vereinsheim des MECS, aus dem die Eisenbahner ausziehen werden.

Ein knappes Jahr haben die Modell-Eisenbahner nun Zeit, um eine neue Halle zu finden, damit sie ihr Vereinsleben aufrechterhalten können. Bis zum 30. Juni 2022. „Die Nachricht über die Kündigung schlug im Verein ein wie eine Bombe“, erklärt Reinhardt frustriert. Nun befindet sich der MECS fieberhaft auf der Suche nach neuen Räumen.

Mindestens 70 Quadratmeter, Küche, Bad

Das ist aber gar nicht so einfach. Denn ein paar Anforderungen muss ein neues Vereinsheim schon erfüllen, wie Jürgen Reinhardt verdeutlicht: „Mindestens 70 Quadratmeter Fläche“ brauche der Verein, dazu sanitäre Anlagen und eine Küche. Es müsse ferner Platz sein für eine Werkstatt, die Sammlung und für derzeit bis zu 70 Modell-Eisenbahn-Anlagenmodule – alles, was in mittlerweile 37 Jahren so an Vereinseigentum angefallen ist. Auch an die Stadt Syke habe sich der MECS bereits Hilfe suchend gewendet. Ansonsten müsste ein Traditionsverein ruhen, zumindest zeitweise.

„Das Schöpferisch tätig sein, die Darstellung großer Eisenbahnen in klein, das Nachbilden von Landschaft und Stadt – das alles macht die Faszination von Modell-Eisenbahnen aus“ sagt Jürgen Reinhardt. Und noch etwas sei entscheidend bei ihrem Hobby: „Es spricht alle Generationen an.“ Daran lassen Lena, Paul und Jannes keinen Zweifel aufkommen. „Voll cool!“, freut sich Lena, Paul findet es „faszinierend“. Auf den bevorstehenden Auszug angesprochen, reagierten sie daher zerknirscht. Und Jannes meint dazu: „Ich will nicht wissen, wie lange es dauert, bis das alles wieder aufgebaut ist...“

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