Neujahrsempfang der Stadt

Das Miteinander in Syke leidet unter fehlendem Vertrauen

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Dass es sich in Deutschland viel besser anfühlt, als so mancher meint, zeigten die Schüler der Sprachlernklassen auf dem Syker Neujahresempfang mit persönlichen Erzählungen. Sie scheuten sich nicht, über Krieg und Tod zu sprechen.

Syke - Von Detlef Voges. Um Vertrauen kreiste der Neujahrsempfang der Stadt Syke am Sonnabend im Ratssaal, garniert mit Wünschen, Standpunkten, fehlenden Umgangsformen, der Suche nach Toleranz und jugendlicher Hoffnung. Eine abwechslungsreiche Zusammenkunft in vollem Haus.

Der Heiligenfelder Chor Living Voices deutete die Richtung an mit seinem Eingangssong „Wie ein Strom, der neue Hoffnung schafft“.

Mit der Hoffnung im Gepäck grüßte Landrat Cord Bockhop, dankte der ehrenamtlichen Kommunalpolitik und signalisierte eine neue SY-Kennschilderära.

Bürgermeisterin Suse Laue mit ernsten Worten

Die Rede von Bürgermeisterin Suse Laue war alles andere als in Watte gepackter Rück- und Ausblick. Natürlich ließ sie die Stationen der erfolgreichen Jahresbilanz passieren: die Beteiligung an einer Wohnbaugesellschaft zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums, die Vermarktung neuer Gewerbegebiete, Windenergieplanung, E-Auftankstation am Rathaus und am Bahnhof, Millionen-Investitionen für das gemeinsame Gerätehaus Ristedt/Gessel und die Sanierung des Hallenbades. Millioneninvestitionen auch im Schul- und Kindergartenbereich. In letzterem Bereich droht Ungemach. Bezüglich des Beschlusses der Landesregierung auf Beitragsfreiheit der Eltern sagte Laue: „Das wollen wir auch, aber das erhöht natürlich unsere Ausgaben und belastet andere Bereiche“, so die Bürgermeisterin, die Gespräche mit Hannover andeutete.

Umgang ist rauer geworden

Den Landrat entließ die Bürgermeisterin nicht ohne den ausdrücklichen Wunsch nach einem Neuaufbau der Geburtshilfe im Landkreis. Der Applaus zeigte eine Fangemeinde an.

Den Block „Vertrauen“ startete Suse Laue mit einem Hinweis auf Beleidigungen und Bedrohungen, die von Bürgerseite im Rathaus eingingen. Beispiel: „Ich weiß, wo sie wohnen, wir sehen uns wieder.“ Der Umgang sei rauer geworden, so Laue. Es sei Zeit zu verstehen, dass es auch Fremdes gebe.

Neuaufbau der Geburtshilfe gefordert

Vertrauen und Zusammenfinden wünschte sie sich auch für die Verhandlungen zu einer Großen Koalition auf Bundesebene. Es gehe um Verantwortung, sagte Suse Laue unter Applaus. Auf Vertrauen setzt die Bürgermeisterin auch bei ihren Bürgern, selbst wenn es denen manchmal nicht schnell genug geht.

Auf das Vertrauen bei Sykes Städtepartnerschaften hob die zweite ehrenamtliche Bürgermeisterin Gabriele Beständig ab. Das sei ein guter Boden für gelebte Völkerverständigung, so Beständig. Syke feiert 2018 die 45-jährige Partnerschaft mit La Chartre (Frankreich). Seit zehn Jahren ist Wabrzezno (Polen) Partnerstadt.

Musikalische Einlage durch Living Voices

Musikalischen Esprit versprühten die Living Voices, jugendliche Frische Schüler der Ganztagsschule (GTS), der sechste Jahrgang mit Akrobatik. Die Sprachklassen, dort lernen Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 16 Jahren die deutsche Sprache, berührten die Gäste mit persönlichen Worten über ihre strapaziösen Reisen nach Deutschland, über Tod in ihren Heimatländer, Familien und über das Glücklichsein in einem kriegsfreien Land – sie alle kommen aus Kriegsgebieten wie Afghanistan und dem Irak. „Das fühlt sich hier gut an“, erklärte ein 15-jähriger Afghane.

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