Online-Notlösung ohne Verkauf an Externe

Arequipa-Basar am Gymnasium Syke: Mit halber Kraft und halbem Herzen

Den Arequipa-Basar gibt es seit über 30 Jahren am Syker Gymnasium. Dieses Jahr wäre er coronabedingt zum ersten Mal ausgefallen. Schüler, Lehrer und Eltern haben deshalb eine Behelfslösung gefunden.
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Den Arequipa-Basar gibt es seit über 30 Jahren am Syker Gymnasium. Dieses Jahr wäre er coronabedingt zum ersten Mal ausgefallen. Schüler, Lehrer und Eltern haben deshalb eine Behelfslösung gefunden.

Syke – Teelichthalter aus Beton, lustige Weihnachtswichtel aus Kiefernzapfen, Holzmurmelbahnen, selbst gemachte Seifen und Badekugeln – oder darf’s vielleicht lieber ein aufklappbarer Adventskranz für unterwegs sein? Das Angebot auf dem Arequipa-Basar des Gymnasiums ist so groß und bunt wie eh und je. Nur dass der Basar im Corona-Jahr gar nicht live und in Farbe ausgerichtet wird, auch nicht online. Sondern irgendwie so halb.

Wie lange genau es einen weihnachtlichen Basar am Gymnasium überhaupt gibt, weiß schon gar keiner mehr an der Schule. Auf jeden Fall deutlich mehr als 30 Jahre. Und nie ist er ausgefallen. Jetzt wäre es wegen der coronabedingten Kontakteinschränkungen zum ersten Mal soweit gewesen. Das sollte und durfte nicht sein, haben sich Schüler, Lehrer und Schulleitung gesagt und nach einer Alternative gesucht. Schon allein, weil die Erlöse aus dem Basar jedes Jahr einen wesentlichen Teil des Gesamtbudgets der Casa Verde einbringen. Das Gymnasium gehört zu den größten und wichtigsten Spendern.

Was am Ende dabei herausgekommen ist, wirkt mehr wie ein Notbehelf als eine echte Alternative: Die Schule hat einen Katalog erstellt, der inzwischen auf der Homepage des Gymnasiums einsehbar ist. Der ist allerdings unvollständig, es gibt keinen echten Online-Verkauf, und wer als potenzieller Käufer selber keine Gymnasiasten in seinem familiären Umfeld hat, schaut vollends in die Röhre, weil er die Artikel gar nicht kaufen kann.

Einige Klassen tauchen im Arequipa-Katalog nicht auf

Obwohl durchgehend alle Klassen der Jahrgänge 5 bis 12 für den Online-Basar Artikel besorgt oder selbst gemacht haben, tauchen einige Klassen im Katalog überhaupt nicht auf. Dank fehlender Unterstützung ihrer Klassenlehrer, wie unter der Hand von Schülern zu erfahren war, die sich zum Teil „komplett im Stich gelassen“ gefühlt hatten und die jetzt befürchten, womöglich auf ihren fertig gebastelten Artikeln sitzen zu bleiben.

Denn: Nochmal aufgemacht wird der Katalog nicht, sagt Lehrerin Petra Ruff, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Darko Marasovic für Organisation und Ablauf des Ersatz-Basars verantwortlich ist. „Klassen, die jetzt nicht im Katalog aufgenommen worden sind, haben die Möglichkeit, schulintern über die Software ,Teams‘ ihre Artikel anzubieten“, sagt Petra Ruff.

Für alles, was im Katalog aufgelistet wird, gilt: „Die Artikel sind über Bestellzettel bei den Klassen erhältlich und werden in der Woche vor dem ersten Advent über die Schülerinnen und Schüler an deren Familien ausgeliefert – selbstverständlich unter Beachtung der Hygienevorschriften.“ So steht es in einer Pressemitteilung des Gymnasiums, verfasst vom Duo Ruff / Marasovic.

Gekniffen sind damit alle Externen, die keinen Katalog erhalten

Was nicht darin steht: Wie die Schule an ihr Geld kommt. Denn das steht und fällt tatsächlich mit jedem einzelnen Schüler. Da es nur einen Direktverkauf über die Kinder und Jugendlichen geben wird, müssen die auch das Geld kassieren, abrechnen, hinterher klassenweise sammeln und abgeben.

Gekniffen sind damit alle Externen, die normalerweise den Basar besucht und etwas gekauft hätten. Denn sie haben keinerlei Möglichkeit, etwas aus dem Angebot zu bestellen.

Ein echter Online-Verkauf – so mit Anklicken und Bezahlen per Überweisung, Rechnung oder Kreditkarte – sei zwar angedacht, aber schnell wieder verworfen worden, sagt Petra Ruff. „Das können wir als Schule gar nicht organisieren. Wir brauchen unsere gesamte IT-Ausrüstung für den Fernunterricht. Wir sind auch nur zwei Lehrer, die das hätten machen können. Und dann hätte ja jemand auch den Versand abwickeln müssen.“

Spenden ans Casa Verde als Alternative zum Arequipa-Basar

Wer als Externer das Bedürfnis hat, die Casa Verde zu unterstützen, könne ja direkt eine Spende überweisen. Das Spendenkonto findet sich ebenfalls auf der Homepage.

Die Casa Verde ist ein Kinderheim in der peruanischen Andenstadt Arequipa, 1998 vom Sozialpädagogen Volker Nack gegründet. Schon kurz danach beschloss das Gymnasium Syke, den Erlös seiner Weihnachtsbasare komplett dieser Einrichtung zu spenden. Inzwischen hat die Casa Verde einen Ableger in der Inka-Stadt Cuzco.

Katalog: www.gymnasium-syke.de

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