Mitbegründer Reinhard Ohlmann zieht sich nach 40 Jahren zurück

Mister Jugendfußballförderkreis

Bei Reinhard Ohlmann sind in 40 Jahren Jugendfußballförderkreis eine ganze Menge an Papier und Erinnerungsstücken zusammengekommen. Foto: Jantje Ehlers

Syke - Von Michael Walter. Reinhard Ohlmann sprudelt über. So viel kann er erzählen. Von Menschen, von Begebenheiten aus den letzten 40 Jahren. So lange hat er die Geschäftsführung für den Jugendfußballförderkreis Rot-weiß des TuS Syke gemacht. In drei Tagen ist das vorbei. Samstag hat der Förderkreis seine nächste Mitgliederversammlung. Und Reinhard Ohlmann wird sich dann nicht wieder zur Wahl stellen.

Ein anderer, der mit ihm den gleichen Weg gegangen ist, ist Manfred Brackmann Er hat 40 Jahre lang die Kasse geführt und tritt jetzt ebenfalls ab. Ohlmann hatte ihn zum Gespräch mit der Kreiszeitung dazugebeten. „Aber er wollte nicht.“ Und so erzählt Reinhard Ohlmann halt alleine die Geschichte, wie sich damals ein paar Dutzend fußballverrückte Syker zusammengetan und den Förderkreis gleich zweimal gegründet haben. Einmal 1979 als losen Zusammenschluss und 1984 noch einmal „richtig“ als eingetragenen Verein.

1979 hat die Erste Herren des TuS Syke noch in der Verbandsliga gespielt. Das war damals die vierthöchste Spielklasse in Deutschland. „Das Geld ging in die Erste Herren. Alle anderen mussten sehen, wo sie bleiben. Und der TuS hatte damals sehr, sehr viele Jugendmannschaften“, blickt Ohlmann zurück. Auch die brauchten Bälle, Trikots, Trainingsmaterial und hatten Fahrtkosten.

Der Förderkreis hat das dann zuerst im Wesentlichen über Altpapiersammlungen finanziert. „Das war die ganzen Jahre unsere Haupteinnahmequelle“, sagt Ohlmann. „Zuerst viermal im Jahr. Dann wurde Syke immer größer, und wir haben sechsmal im Jahr gesammelt. Alle zwei Monate samstags mit 50 bis 60 Leuten und zehn bis zwölf Lkw und Pritschenwagen. Die haben wir uns von Firmen im Gewerbegebiet geliehen. Da haben auch andere Sparten mitgesammelt. Die haben dann vom Erlös was abgekriegt.“ Und das war nicht wenig. „In besten Zeiten hatten wir pro Sammlung 70 bis 100 Tonnen Papier. Und gekriegt haben wir damals 50 bis 100 Mark die Tonne.“

Das änderte sich radikal, als die AWG die Alpapierentsorgung im Syker Ortskern übernahm und die blauen Sammeltonnen ausgab. Der Förderkreis verlor seine wichtigste Einnahme. Er musste sich neu orientieren. „Heute haben wir Patenschaften für die Glascontainer im Ort“, sagt Ohlmann. „Wir kümmern uns darum, dass der Platz um die Container sauber ist, und rufen an, wenn sie voll sind.“ Dafür bekommt der Förderkreis pro Jahr und Container eine Aufwandsentschädigung. „Das kommt lange nicht an das Geld aus den Altpapiersammlungen ran. Allerdings hatten wir damals auch erheblich mehr Aufwand.“

Alles in allem, sagt Ohlmann, setzt der Förderkreis Jahr für Jahr 30- bis 40 000 Euro um. Dafür kümmert er sich um die Ausbildung von Trainern und Schiedsrichtern und übernimmt im Prinzip alle Kosten, die der TuS Syke direkt nicht übernimmt. Außerdem unterhält er zwei Minibusse für die Fahrten zu den Auswärtsspielen. „Alles können wir nicht“, sagt Reinhard Ohlmann. Und so kommt es, dass trotz all dieses Engagements Kinder- und Jugendmannschaften immer wieder auf direkte Spenden und Sponsoring angewiesen sind, wenn sie neue Ausstattung brauchen. Trikots, Trainingsanzüge, Taschen, Winterausrüstung kosten nun mal ein Heidengeld.

Reinhard Ohlmann weiß das nur zu genau. Er ist selber Fußballer durch und durch. „Ich hab mit sechs Jahren angefangen“, erzählt er. „Mein erstes Spiel gegen Hoyerhagen haben wir 18:0 verloren.“ Er war selber noch in der C-Jugend, als er zum ersten Mal eine Mannschaft als Trainer übernahm. Auch das hat er dann knapp 40 Jahre gemacht. „Ich hab von der G- bis zur B-Jugend alle Mannschaften mal trainiert“, sagt er. Und nebenbei immer noch aktiv gespielt. Bis zur A-Jugend im Tor. „Ich war kein schlechter Torwart! Aber danach hatte ich keinen Bock mehr und hab dann als Feldspieler weitergemacht.“ Bis zur Altliga. Dann ging es irgendwann nicht mehr: Verschleiß. Das Knie. Der Fuß. Für Ohlmann das Signal, jetzt auch die Trainerlaufbahn zu beenden. 2001 war seine letzte Saison. „Wenn ich den Kindern selber nicht mehr zeigen kann, wie es geht, ist es Zeit“, sagt er.

Und jetzt ist es auch im Förderkreis Zeit. „Ich bin jetzt 70 und hab das 40 Jahre lang gemacht. Das langt. Jetzt sind andere mal dran.“

INFO

Die Mitgliederversammlung des Förderkreises ist am Samstag, 30. November, um 10 Uhr im TuS-Vereinsheim am Waldstadion.

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