Haushaltsplan

Ein Minus mit Sternchen

Syke - Von Frank Jaursch. Zahlen, Zahlen, jede Menge Zahlen: 245 Seiten stark ist der Verwaltungsentwurf für den diesjährigen Haushaltsplan mit Haushaltssatzung. Am 23.  März soll der Syker Stadtrat über das Schriftstück beraten und befassen. Der Syker Haushalt ist in diesem Jahr so groß wie noch nie: Den Erträgen von knapp 42,9 Millionen Euro stehen Aufwendungen von 43,6 Millionen Euro gegenüber. Macht zusammen ein Minus von 741 000 Euro. Ein Minus mit Sternchen.

Denn wer den Syker Kämmerer kennt, der weiß, dass er sehr zurückhaltend in seinen Kalkulationen ist, dieses Minus nur unter Vorbehalt gilt – und sich unter Umständen noch in einen Überschuss verwandeln lässt. „Kaufmännische Vorsicht“ nennt Bürgermeisterin Suse Laue das. Und unterstützt ausdrücklich den konservativen Kurs ihres Zahlenmeisters.

Denn die Kalkulation des Haushalts ist eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Und mit Werten, die sich fast täglich ändern. „Das ist fließend, das ist nicht starr“, sagt Pawlik selbst zu dem Haushaltsentwurf, der, frisch aus dem Drucker, schon wieder nicht mehr ganz aktuell ist.

Ein klassisches Beispiel für die Rechnung à la Pawlik: die Gewerbesteuer. Die hat eine hervorragende Entwicklung genommen, von gut sechs Millionen Euro im Jahr 2008 auf 12,5 Millionen im vergangenen Jahr. Ein Spitzenwert. Den Pawlik aber für dieses Jahr nicht als gegeben voraussetzt. „Wir sollten nicht einfach davon ausgehen, dass es in diesem Jahr wieder so gut läuft“, erklärt Pawlik.

Natürlich könne man auch mit dem Spitzenwert kalkulieren. Aber „wenn dann Steuern ausbleiben, muss die Bürgermeisterin vielleicht eine Haushaltssperre verhängen“. Also rechnet der Kämmerer für 2017 nur mit Gewerbesteuer-Einnahmen von elf Millionen Euro.

Insgesamt weist der Entwurf nicht nur für 2017, sondern auch für die folgenden drei Jahre ein Defizit auf – 2018 bis 2020 von jeweils rgut einer Million Euro. „Das können wir noch aus der Überschussrücklage ausgleichen“, sagt Suse Laue.

Denn Syke ist absolut zahlungsfähig – trotz einer Schuldenlast von derzeit rund 17,2  Millionen Euro. Auf knapp zehn Millionen Euro bezifferte die Bürgermeisterin beim Neujahrsempfang die aktuelle Liquidität.

Die Einnahmenseite wächst, die Ausgabenseite aber eben auch. Vor dem Hintergrund immer weiter steigender Kosten – allein im Kindergartenbereich wird mit einem Zuschussbedarf von 5,7 Millionen Euro gerechnet – muss sich, so Suse Laue, die Stadt die Frage stellen: „Was können wir uns noch leisten? Wir müssen bewusst mit der Haushaltssituation umgehen.“

Ein paar „Großbaustellen“ wird es dabei in diesem Jahr geben. Etwa den Neubau des Feuerwehrgerätehauses für die fusionierten Ortswehren aus Gessel und Ristedt. Der wird zwar in diesem Jahr noch nicht begonnen, aber die 1,4 Millionen Euro müssen vorgehalten werden. Plus 230 000 Euro für ein neues Tanklöschfahrzeug.

Es gibt dutzendweise Bedarf: Der Kunstrasenplatz im Hachestadion muss neu: 300 000 Euro. Neue Kindergartengruppe in Heiligenfelde: 47 000 Euro. Regenrückhaltebecken, Kanäle und neue Straßen im Gewerbegebiet Hinterm Bahnhof IV: knapp 1,4 Millionen Euro. Austausch der Wildkrautbürste (Baujahr 1980): 14 000 Euro.

Es gibt viel zu tun. Doch Pawlik kann auch Optimismus: „Hintenraus haben wir den Abschluss noch immer positiv gemacht.“

Rubriklistenbild: © dpa

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