Stephan Weil wartet auf Post

Ministerpräsident verspricht Hilfe für Pfleger im Kinderhospiz Syke

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Zu Gast im Kinder- und Jugendhospiz: Ministerpräsident Stephan Weil (3.v.l.) besichtigt den „Löwenherz“-Garten mit (v.l.) Ingo Estermann, Gaby Letzing, Fanny Langfermann und Nilüfer Türkmen.

Syke/Diepholz - Von Anke Seidel. Ministerpräsident Stephan Weil hat gestern das Kinder- und Jugendhospiz „Löwenherz“ und die Lebenshilfe in Syke besucht, um sich vor Ort über die Arbeit dieser Einrichtungen zu informieren. Danach stand ein Termin in Diepholz unter dem Motto „Auf ein Wort“ auf dem Programm – die SPD lud Bürger ein, ihre ganz persönlichen politischen Fragen zu stellen (darüber berichten wir gesondert).

„Löwenherz“-Hospizleiterin Gaby Letzing ist in großer Sorge: Der Mangel an Pflegekräften wirft dunkle Schatten auf Familien mit schwerstkranken Kindern. „Ich höre wirklich verzweifelte Eltern, die händeringend – manchmal auch über Facebook – Kinderkrankenpflegekräfte suchen und Angst haben, dass ihr Versorgungssystem zusammenbricht.“ Dann bleibe ihnen nur der Weg ins Krankenhaus oder ins Hospiz. „Aber das kann nicht die Lösung sein, denn auch dort gibt es zu wenig Pflegekräfte“, gibt Gaby Letzing zu bedenken – und stellt klar, dass dringend Handlungsbedarf besteht: „Es ist in der Pflege leider zehn nach zwölf.“

Stephan Weil hört genau zu und zeigt Verständnis. Nicht zum ersten Mal ist er im Kinder- und Jugendhospiz zu Gast, hat sich vor gut vier Jahren schon einmal durch diese Einrichtung für schwerstkranke Kinder und Jugendliche führen lassen. Diesmal geht der Ministerpräsident durch den Garten der Erinnerung und nimmt danach auf der sonnigen Terrasse Platz – genau wie der SPD-Unterbezirksvorsitzende Ingo Estermann und die Syker SPD-Vorsitzende Nilüfer Türkmen.

Sozialministerin soll helfen

Schon vor vier Jahren hat Gaby Letzing klargestellt, wie wichtig gut ausgebildete Kinderkrankenpflegekräfte für betroffene Familien sind, wenn sie ihre Kinder Zuhause betreuen – und das neue Pflegeausbildungsgesetz (Damals noch Entwurf) als „hochproblematisch“ bezeichnet. Weil verrät bei diesem ersten Besuch: „Meine Frau ist gelernte Kinderkrankenschwester.“

Bei seinem zweiten erzählt der Ministerpräsident, dass auf jeder Bürger-Dialogveranstaltung ein Thema immer hinterfragt werde: Pflegenotstand. Auch wenn Kliniken genauso wie Altenheime dringend Kräfte suchen – einen Unterschied sieht Weil doch. „Die Krankenpflegekräfte werden nach Tarif bezahlt.“ In Altenpflegeheimen sei das anders: „Das ist eine Katastrophe.“ Auf den Tisch kommt genauso die Frage nach den Einnahmen und den Ausgaben im Gesundheitssystem. „Selbstverwaltung ist eine gute Sache“, stellt Weil dazu fest. Genau die lasse aber auch zu, dass jeder seine Partikular-Interessen vertrete. Nein, das mache er niemandem zum Vorwurf, betont der Ministerpräsident. „Aber da stößt das System an seine Grenzen.“

Er schlägt vor, Sozialministerin Carola Reimann ins Kinder- und Jugendhospiz einzuladen, um Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren. Gaby  Letzing soll ihm die wichtigsten Punkte noch einmal schriftlich zukommen lassen. Lächelnd verabschiedet sich Weil: „Dann warte ich auf Ihre Post.“

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