Mietwagen tauchten in Litauen wieder auf

Nobel-Autos verschoben

Syke - Von Dieter Niederheide. Mit Nobelkarossen, die in Weyhe, Aurich und Bremen angemietet worden und dann in Litauen verschwunden sind, hatte es jetzt das Syker Amtsgericht zu tun. Dort musste sich ein Mann wegen Betruges und Hehlerei in zwei Fällen sowie wegen Vortäuschens einer Straftat verantworten.

Das Gericht verurteilte ihn zu einem Jahr Gefängnis, ausgesetzt für die Dauer von vier Jahren zur Bewährung. Außerdem erhielt er die Auflage, 1000Euro an die Staatskasse zu zahlen. Die Oberstaatsanwältin hatte ein Jahr und sechs Monate Gefängnis ohne Bewährung beantragt.

Ein Mitangeklagter bekam wegen Betrugs in einem Fall eine Geldstrafe von 2000 Euro.

Der Hauptangeklagte ist bereits mehrfach vorbestraft und hat noch eine Jugendstrafe zur Bewährung ausstehen. Die Anklage warf ihm vor, er habe genau gewusst, um was es gehe, als er die Fahrzeuge angemietet und dem vermeintlichen Auftraggeber übergeben habe.

Er räumte ein, bei Autohäusern im Nordkreis, in Bremen und Aurich vier Nobelkarossen im Gesamtwert von rund 150.000 Euro angemietet zu haben. Diese Fahrzeuge seien alle in Litauen gelandet, wo man sie schon erwartet habe.

Zum Teil habe der Hauptangeklagte die Fahrzeuge seinem Auftraggeber übergeben, von dem er sich unter Druck gesetzt gefühlt habe. Er soll aber auch ein angemietetes Fahrzeug persönlich nach Litauen gebracht und zu Geld gemacht haben. Eines der Fahrzeuge hatte der Mann fälschlicherweise bei der Polizei als gestohlen gemeldet.

Der Angeklagte gab an, er habe anfangs noch nicht gewusst, um was es geht, als er im Auftrag ein Auto mieten und dann seinem Auftraggeber übergeben sollte. Erst später sei ihm klar geworden, dass sein Auftraggeber nicht die Absicht hatte, die gemieteten Autos wieder zurückzugeben. Er habe daraufhin aussteigen wollen, sei aber bedroht worden.

Ein schlechtes Zeugnis stellte dem Angeklagten sein Bewährungshelfer aus: Der Angeklagte sei zur Zusammenarbeit nicht motiviert.

Die Richterin machte deutlich, dass die von ihr verhängte Bewährungsfrist nun wirklich seine letzte Chance sei. Ihre Motivation: Der Angeklagte ist inzwischen aus der Region verzogen und soll dabei sein, seinem Leben eine Wende zu geben.

Rubriklistenbild: © dpa

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