Rat gegen Schulsozialarbeit-Ausweitung

„Das ist für mich noch kein Konzept“

Syke - Von Frank Jaursch. Mit 19:9 Stimmen hat sich der Stadtrat am Mittwochabend dafür ausgesprochen, die Schulsozialarbeit an der Grundschule am Lindhof nicht um eine weitere halbe Stelle zu verdoppeln. Wie erwartet folgte das höchste Gremium damit der Empfehlung des Verwaltungsausschusses – und sprach sich gegen die Empfehlung des Schulausschusses aus.

Der Entscheidung war eine hitzige Diskussion im Ratssaal vorausgegangen. Dabei wurde deutlich: Alle Fraktonen bringen der an der Grundschule geleisteten Arbeit eine große Wertschätzung entgegen. Ob aber mehr Sozialarbeit notwendig ist – und wenn, dann auch noch auf Kosten der Stadt? Daran schieden sich einmal mehr die Geister.

Schulamtsleisterin Delia Krämer ließ keinen Zweifel daran, dass ihr beim Antrag der Schule entscheidende Informationen fehlten. „Was soll die Schulsozialarbeit eigentlich leisten?“, fragte sie mehrfach. Im Antrag sei nicht deutlich geworden, was genau der zusätzliche Bedarf eigentlich sei. Bürgermeisterin Suse Laue wies darauf hin, dass mit dem vorläufigen Nein des Rates die Tür offen bleibe: „Wir bitten nur um Geduld, um sinnig zu schauen: Was ist eigentlich erforderlich?“

Dieser Position konnte SPD-Fraktionschef Peter Jahnke wenig abgewinnen. „Es geht hier um Vertrauen“, betonte er. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Umwandlung in eine Ganztagsschule „muss man der Grundschule die bestmögliche Ausstatung gewähren“.

Die Personalausstattung in Syke könne sich, verglichen mit anderen Kommunen, „absolut sehen lassen“, argumentierte BSF-Mann Günter Brockhoff. Mit dem neuen Schuljahr werde sich die Zahl der Schüler nicht ändern, lediglich in einem von vier Jahrgängen die Dauer der Anwesenheit. „Nichts Grundlegendes also.“

Gerhard Thiel wünschte sich „den Mut, nach vorn zu gehen“. Er monierte, dass es doch genug Zeit zum Handeln und für einen Kompromiss gegeben hätte, wenn der Verwaltung eine genaue Beschreibung fehlte. Die Antwort von Suse Laue ließ einen kaum verborgenen Vorwurf an die Schulleitung anklingen. „Einen Kompromiss bekommt man nur, wenn zwei aufeinander zugehen, aber nicht, wenn einer nicht geht.“ Man habe das Gespräch gesucht, man habe um Inhalte gebeten. „Aber da gab es nichts. Das ist für mich noch kein Konzept.“

Karsten Bödeker (SPD) zeigte sich dennoch enttäuscht von der seiner Ansicht nach fehlenden Kompromissbereitschaft, „irgendwie eine Zwischenlösung zu finden. Wenn schon banale 20 000 Euro zu viel sind...“ In seine Kritik bezog er vor allem die CDU ein, die zu dem Thema „meist nur Schweigen“ beizutragen gehabt hätte.

Inhaltlich gab es auch auf der Ratssitzung nicht viel von den Christdemokraten zum Thema zu hören. Wilken Hartje (CDU) verstieg sich auf eine Metapher: „Als Politik haben wir nie die Eltern im Regen stehen gelassen. Wenn es diesmal schüttet ohne Ende, werden wir vielleicht eher und spontaner reagieren müssen.“

Der Rat einigte sich am Ende bei zwei Gegenstimmen darauf, eine Petition zum Thema „Schulsozialarbeit in Verantwortung des Landes“ auf den Weg zu bringen.

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