Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum

Von Messer bis Muschel

Einige Ausstellungsstände beim Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum strahlten durchaus schon so etwas wie Weíhnachtsmarkt-Atmosphäre aus. - Fotos: Jantje Ehlers

Syke - Von Dieter Niederheide. Ideenreiches, Phantasievolles und dazu Leckeres, das man genüsslich auf der Zunge zergehen lassen kann – diese Kombination machte gestern das Kunst-Hand-Werk im und am Kreismuseum aus.

Wie eigentlich immer bei dieser Veranstaltung, war der Besucherandrang enorm. Schon in der Mittagszeit waren Parkplätze Mangelware, die Autos standen bis hinter die Nordumgehung auf den Seitenstreifen.

Sigrid Dellies und ihre Modellköpfe präsentierten hübsche Schals und Mützen.

Auf dem Museumsgelände angekommen, rückte schnell ein anderthalb Tonnen wuchtiger Federhammer in den Blickpunkt. Laut Messerschmied Wolf Schröppe (53) aus Uchte der kleinste seiner Art. Der Messerschmied zeigte den Besuchern, wie so ein Federhammer arbeitet, wenn es um zum Beispiel um das Schmieden von Damast- oder Jagdmessern geht. Etwas weiter, am Stand der rollenden Glasbläserei vom Glasstudio Feuerhauch aus Petershagen-Lahde, durften die Gäste beim Glasblasen zuschauen.

Der Einfallsreichtum der Aussteller war unermesslich: Aus Streichholzschachteln wurden bunte kleine Aufbewahrungsdosen, aus Metall Leuchtürme oder Gartenfackeln mit Kelchen, in denen offenes Feuer loderte. Beim Harfenspieler wurden wasserspeiende Steinfische, die Wasser in zwei Badewannen spuckten, zum Blickfang.

Spürbar und sichtbar war, dass Weihnachten naht: Wer frühzeitig Geschenke oder Grußkarten bunkern wollte, konnte sich gestern gut eindecken. Stricksocken, Pullis, Handschuhe und Pantoffeln machten deutlich, dass bald der Winter vor der Tür steht.

Keramikarbeiten, Holzarbeiten, Metallarbeiten und Schmuckstücke, deren Design zum Teil schon recht ausgefallen war, konnten besichtigt und gekauft werden.

Dietlinde Zacher hatte es als Organisatorin einmal mehr verstanden, einen guten, vielfältigen Mix an Kunsthandwerkern aufzubieten. Selbst aus der Berliner Gegend und aus Süddeutschland waren einige angereist. Ein Beweis dafür, dass der Markt auch für sie eine Institution ist.

Für Naschkatzen war ebenfalls gesorgt. Zum Beispiel mit auf der Zunge zergehenden Pralinés einer Bremer Konditorei. Werbend für seine Flammkuchen hatte ein Betreiber an seiner Bude stehen: „Hier läuft die Ware nicht vom Band, wir schaffen noch mit Herz und Hand“.

Stempel mit individuellen Namenszügen fertigte Stempelmacher Jürgen Hermeyer für Jungen und Mädchen an. Außergewöhnliche Schmuckstücke erschafft Hartwig Lienemann aus Miesmuschel-Schalen. Er stammt aus Appel im Elbe-Weser-Dreieck und war gestern das erste Mal in Syke dabei. „Es ist hier wirklich schön“, lobte er das Ambiente im Kreismuseum im Allgemeinen und den Kunsthandwerkmarkt im Speziellen.

Gleich, ob auf der Diele oder im Sommergarten: Es herrschte überall pralles Leben, trotzt des durchwachsenen Wetters.

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