Australier Kaurna Cronin unterhält im Kreismuseum

Ein melancholischer Roadtrip

Kaurna Cronin (M.) erwies sich im Kreismuseum als hervorragender Geschichtenerzähler. Mit dabei: Thomas Kneebone an der E-Gitarre (l.) und Kiah Gossmer am Bass. - Foto: Husmann

Syke - Von Dagmar Voss. Mit warm-rauer Stimme und einer Mischung aus Folk, Country und zeitgenössischem Indiepop begeisterte Kaurna Cronin seine Zuhörer am Dienstagabend im Rahmen der Reihe „Songs & Whispers“ auf der Diele des Kreismuseums. Und das nicht zum ersten Mal – schon im vergangenen Jahr erntete er langen Beifall für seine ganz eigene musikalische Art. Mit zum Erfolg des Konzerts trugen seine beiden hervorragenden Begleiter bei: Thomas Kneebone an der E-Gitarre und Kiah Gossmer am Bass.

Es fiel den drei jungen Australiern offensichtlich spielend leicht, ihr Publikum zu verzaubern – mit den Cronin-Kompositionen, mit gelungenen Gitarren-Soli, mit Mundharmonika, auch mal Kontrabass und zwischengestreuten Anekdoten über die Entstehung der Songs.

So schuf das Trio Stimmungen zwischen melancholischen Roadtrips auf einsamen australischen Highways – wie mit dem Auftaktstück „I’ve Killed My Own“ – und fröhlicheren Liedern. Eins davon entstand in Schweden auf Cronins erster Europatournee. Witzig zu hören, wie er mit seinen Begleitern zwar die Reisestationen geplant hatte, aber Unterkünfte und Fahrzeuge völlig vergessen hatte. So landeten sie nachts auf einer schönen Wiese nahe Stockholm mit herrlicher Aussicht – die sich morgens als Kita-Garten mit einer lauten Kinderschar rund um das Zelt entpuppte.

Mit seiner manchmal weich hingehauchten Stimme erzählte der Liedermacher aus Adelaide Geschichten in leicht sphärischer Klangfarbe. Da sah man förmlich die Mystik einer morgendlichen Waldlichtung. Oder auch mal verflossene Liebe beim gecoverten Dylan-Stück „Don’t think twice“.

Wunderbar weich seine Liebeslieder, auch wenn sie gelegentlich eher einer Stadt als einem Menschen galten. So seine Entdeckung, wie sehr er sich auf seiner Amerika-Tour in die Westküste und Los Angeles verliebt habe, um dann bei seiner Ankunft in New York, besungen mit „And then I met New York“, von noch mehr Gefühlen überrascht zu werden.

Der 26-jährige Songschreiber bereist zum fünften Mal Europa, eine Woche ist bereits um, sieben liegen noch vor ihm. Die Essenz vieler Cronin-Songs sind Geschichten, deren Wurzeln in Australiens Landschaften liegen und ein Gefühl von Nostalgie vermitteln, auf überraschend zeitgenössische Art.

Er spielte ein paar seiner Songs vom neuen Album „Southern Loss“ als eine Hommage an sein Heimatland – eine Liebeserklärung an die schroffen Landschaften und die großen australischen Geschichten.

Seinen eigenwilligen Kompositionen, gepaart mit ausführlichen Geschichten über deren Entstehung, hätte man noch lange lauschen können, darüber waren sich auch zwei Gesseler Zuhörer einig: „Das ist genau unsere Musik, zum Träumen und Mitswingen.“

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