Mit noch nicht mal 83 denkt TuS-Gymnastiktrainerin Ute Hüttmann schon ans Aufhören

„Meine Knochen werden langsam alt“

TuS-Übungsleiterin Ute Hüttmann leitet seit den 80er-Jahren Sportgruppen in Syke.
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TuS-Übungsleiterin Ute Hüttmann leitet seit den 80er-Jahren Sportgruppen in Syke.

Syke – Nur ein kurzer Ausfallschritt, und flink und behände hat die kleine, zierliche Frau den Gymnastikball wieder eingefangen, der sich da gerade unerlaubt davonmachen wollte. Keine Frage: Ute Hüttmann ist fit für ihr Alter. 82 ist sie jetzt. Und sie ist immer noch Trainerin. Beim TuS Syke leitet sie seit Jahrzehnten eine gemischte Gymnastikgruppe.

Dabei ist ihr der Sport keineswegs in die sprichwörtliche Wiege gelegt worden. Eher im Gegenteil. 1939, im ersten Kriegsjahr, kam sie zur Welt. In Elsfleth ist sie aufgewachsen, und als sie eingeschult wurde, lag Deutschland in Trümmern. Die Menschen hatten andere Sorgen, und Vereine waren erst Jahre später wieder erlaubt.

Nicht für Ute Hüttmann. „Meine Schwester und ich durften nicht in den Sportverein. Meine Eltern haben das nicht erlaubt“, erzählt sie. „Warum, haben sie nie erklärt. Ich glaube, die Trainer sollen wohl stramme Nazis gewesen sein.“

Zum organisierten Sport kam sie erst als Erwachsene. Als junge Frau studierte Ute Hüttmann Sozialpädagogik und arbeitete später zunächst im Kindergarten, wechselte dann in den Schuldienst. „Wir hatten damals in Duisburg gelebt“, erzählt sie. „1975 sind wir dann nach Syke gezogen. Ich habe in Schulen in Brinkum, Heiligenrode und später auch in Sudweyhe gearbeitet. Unter anderem habe ich Sport unterrichtet, aber auch Schulsondersport.“ Oder Fördersport, wie man damals sagte.

In dieser Zeit ist Ute Hüttmann auch Mitglied im TuS Syke geworden und hat einfache Aktive Gymnastik gemacht. „In den 80er-Jahren habe ich dann selber eine Seniorengruppe übernommen. Die Trainerin hatte aufgehört. Die Gruppe, die ich jetzt leite, hat sich in den 90er-Jahren gebildet. Ich hatte da aber auch schon zwei Gruppen in Kirchweyhe.“

Und jetzt denkt sie selber ans Aufhören. „„Meine Knochen werden langsam alt“, sagt sie lachend. Das hätte durchaus das Ende für die seit knapp 30 Jahren bestehende Gruppe bedeuten können. TuS-Vorsitzende Sigrun Steinmetz: „Letzte Woche waren wir noch so weit, dass wir nicht wussten, ob es mit der Gruppe weitergeht. Aber inzwischen hat sich was getan. Es steht eine Nachfolge in Aussicht.“

Dann würde sich Ute Hüttmann sozusagen in die zweite Reihe zurückziehen. „Aktiv bleiben will ich schon“, sagt sie. „Nur eben nicht mehr als Übungsleiterin.“ Gymnastik ist für sie die ideale sportliche Betätigung. „Weil der ganze Körper gefördert wird. Alle Muskelgruppen und alle Gelenke. Das finde ich wichtig.“ Und dazu kommt: Es ist kein Wettkampfsport. „Es gibt daher auch nicht dieses Konkurrenzdenken wie in den Mannschaftsspielen.“

Sigrun Steinmetz hakt ein und fügt Hüttmanns Gedankengang noch einen anderen Aspekt hinzu: „Niemand spielt mit 80 noch Hallenhandball. Die kommen dann eher irgendwann selber zur Gymnastik.“

Bis das mit der Nachfolge in trockenen Tüchern ist, will Ute Hüttmann ihre Gruppe weiter leiten. „Der Kern ist schon so lange zusammen“, sagt sie, „die kann ich nicht im Stich lassen.“

Von Michael Walter

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