Aktionstag beim TÜV in Syke: Freier Mitarbeiter lässt sein Auto prüfen

„Mein lieber Smart“

Andreas Siegmund (links) und Alfred Krüger hatten am Sonnabend beim TÜV-Aktionstag keine ruhige Minute, denn vor ihrem Prüfstand standen die Autofahrer den ganzen Vormittag über Schlange. - Foto: Büntemeyer

Syke - Von Heiner Büntemeyer. Es ist doch ein Unterschied, ob man zuschaut, wenn ein fremdes Auto von den amtlichen Prüfern des TÜV auf Herz und Nieren geprüft wird, oder ob der eigene Smart auf der Hebebühne steht und der Prüfer ihm mit Taschenlampe und scharfem Auge an die Innereien geht.

Zunächst werden Beleuchtung und Hupe getestet. Die sind in Ordnung. Aber der Verbandskasten ist abgelaufen. Dann geht es auf den Bremsen-Prüfstand. Schmatzend gleitet der Kleine in die Vertiefung zwischen den gekörnten und sich drehenden Rollen.

Dann tritt der Prüfer das Bremspedal. Der Wagen geht in die Knie, und die harte Riffelung bearbeitet die Reifen, während auf zwei Monitoren die Bremsleistung angezeigt wird.

Die muss nicht nur kraftvoll, sondern an beiden Rädern auch gleichmäßig ziehen. Ich leide mit meinem Fahrzeug, doch endlich geben die Rollen mein Auto wieder frei.

Aber dann kommt die Frage: „Was ist mit der Klimaanlage?“ Klimaanlage! Hat der überhaupt eine? Nein, hat er nicht! „Meine Klimaanlage ist der Scheibenheber.“

„Der Scheibenheber?“ „Ja, ich kurbele die Scheiben runter, wenn es drinnen zu heiß wird!“ „Kurbeln Sie?“ „Ja, wieso?“ „Na ja, ein bisschen mehr Komfort sollte doch wohl sein.“

Wie sagte der Verkäufer seinerzeit noch? „Wo keine Elektronik dran ist, kann auch keine Elektronik kaputt gehen!“

Dann geht es auf die Hebebühne. Plötzlich wirkt der Kleinwagen viel größer, wird aber trotzdem kein Viertürer. Es stellt sich heraus, dass Prüfer Andreas Siegmund selbst einen Smart fährt.

Das beruhigt zunächst und baut eine Verbindung auf! Aber nur für einen kurzen Moment. „Da kennt man ja auch am besten die Schwächen.“ Das klingt allerdings ganz anders, zumal er auch auf einen Knopf drückt, woraufhin die Hebebühne den Smart so kraftvoll hin und her schleudert, dass die Räder auf dem Belag quietschen.

Ob das so sein muss? „Wenn Sie fahren, wird dem Fahrgestell und der Radaufhängung noch viel mehr abverlangt!“, erklärt mir Siegmunds Kollege Alfred Krüger.

Das kann ich mir nicht vorstellen, so gehe ich doch mit meinem Auto nicht um. Aber ich schweige lieber, denn jetzt geht es an den Motor, wo er Öl entdeckt.

„Das gibt‘s doch nicht!“, höre ich ihn staunend ausrufen. Auch sein Kollege tritt unter den Motorblock und beide schütteln die Köpfe.

Ich mache mir Sorgen: Überlegen die vielleicht, ob sie meinen Smart stilllegen müssen? Dann sind sie sich einig: „Der Monteur, der dieses Kunststück vollbracht hat, hat noch nie etwas von Galvanik gehört.“

Die Ölwanne ist aus Aluminium, der Dichtring jedoch aus Kupfer. Das kann auf Dauer nicht gut gehen!

Aber dann darf ich mein gutes Stück wieder vom Prüfstand fahren und höre mit Erleichterung, dass das Fahrzeug „noch ganz gut in Schuss“ ist, und das mit fast 110.000 Kilometern auf dem Tacho.

Zahlreiche Autobesitzer nutzten am Sonnabend den Aktionstag des TÜV, um kostenlos an ihrem Fahrzeug Bremsen, Fahrwerk, Bereifung und Beleuchtung prüfen zu lassen.

Einige wollten sich kurz vor dem Urlaub noch einmal vergewissern, ob ihr Fahrzeug in Ordnung ist, andere müssen in Kürze zur Hauptuntersuchung und wollten wissen, was sie noch vorher reparieren sollten und wieder andere wollen wissen, ob sie ihr Auto besser bald verkaufen sollten oder ob sie andere teure Vorhaben vorziehen können.

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