GTS-Leiter geht in den Ruhestand

„Das ist mein Kind“

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Rainer Goltermann hat am Mittwoch seinen letzten Schultag an der GTS 2001. Zum Monatsende geht der Schulleiter in den Ruhestand. Wenn’s nach ihm geht, eher still und heimlich: Eine offizielle Verabschiedung möchte er nicht.

Syke - Von Michael Walter. Für Rainer Goltermann geht heute eine Ära zuende: Es ist der letzte Schultag für den Gründungsrektor der GTS 2001. Nicht nur der letzte vor den Ferien, sondern der letzte überhaupt. Ende Juli geht er in den Ruhestand.

Der Abschied fällt ihm schwer: Die GTS 2001 ist sein Baby. „Das ist mein Kind, das ich mit erdacht und geboren habe. Da geht man mit mehr als nur einem weinenden Auge.“

An seinen ersten Tag als Schulleiter in Syke kann sich Rainer Goltermann noch ganz genau erinnern. „Das war im Januar 1999: Damals war das noch die Hauptschule mit Orientierungsstufe an der La-Chartre-Straße. Eine Riesenschule! Es war relativ chaotisch. Ich habe mich im Lehrerzimmer vorgestellt, und wir haben uns gegenseitig zur Kenntnis genommen. Offiziell eingeführt worden bin ich erst eine Woche später.“

Die Schule platzte damals aus allen Nähten. „Per Zufall“ sei ihm dann ein Erlass des Kultusministeriums in die Hände gefallen, in dem es darum ging, die Ausbildungsreife der Hauptschüler zu verbessern. Und in Goltermann reifte daraufhin die Idee für ein neues Schulkonzept. „Verbesserte Ausbildungsreife geht nur mit mehr Zeit für Praxisanteile. Und das geht nur über den Ganztag. Was morgens gelernt wird, muss nachmittags ausprobiert werden“, fasst er den Grundgedanken zusammen.

Mit dem Erlass und dem Konzeptentwurf unterm Arm tingelte Goltermann durch Politik und Verwaltung. Erfolgreich: An der Ferdinand-Salfer-Straße baute die Stadt Syke ein neues Schulzentrum mit Grundschule, Orientierungsstufe und – statt mit einer neuen Realschule – einer ganztägigen Hauptschule. Mehrere Jahre war die GTS offizielle Modellschule und räumte zahlreiche Preise für ihr praxisnahes Unterrichtskonzept ab.

„In der Anfangsphase haben wir unheimlich viel improvisiert“, blickt Goltermann zurück. „Es gab noch keine Mensa, keine Cafeteria und noch nicht mal einen Pausenhof. Da standen noch die Baufahrzeuge. Die Schüler haben mittags im Forum auf Gartenbänken gegessen, die die Hausmeister jedesmal auf- und abbauen mussten.“

Nachfolge noch nicht geregelt

Der Andrang war enorm, und schon zwei Jahre später platzte die neue Schule schon wieder aus allen Nähten. Die Frage eines Anbaus stand im Raum. Doch eine landespolitische Entscheidung ebnete einen anderen Weg: Die Auflösung der Orientierungsstufen für die 5. und 6. Klassen. Praktisch gleichzeitig löste die Stadt die benachbarte Grundschule auf und integrierte sie wieder in die Grundschule am Lindhof. Dadurch wurden Räume frei. Und damit bekam die GTS die Möglichkeit, nun auch einen Realschulzweig anzubieten. „Heute sind wir eine vollwertige Haupt- und Realschule“. sagt Goltermann.

Die nächsten großen Aufgaben muss er anderen überlassen: „Mit der Aufgabe der Förderschulen 2018 sind wir dann die einzige ganztägige Regelschule im Landkreis. Neben dem Bereich Ausbildung haben wir dann auch die Bereiche Förderung und Inklusion praktisch komplett bei uns.“

Er selbst wird das nur noch als Zaungast beobachten. Bis Ende Juli macht er noch die Planung für das nächste Schuljahr. Seine Nachfolge ist noch nicht geregelt. Kommissarisch übernimmt Konrektor Masem Hamada die Leitung der Schule.

Für sich persönlich ist Rainer Goltermann gewiss: Das sprichwörtliche Loch, in das er mit dem Ruhestand fallen könnte, gibt es nicht. „Ich habe einen ausgefüllten Zeitplan“, sagt er. Segeln wird darin eine größere Rolle spielen, Kunst und Literatur. Goltermann malt leidenschaftlich gern, außerdem hat er in jungen Jahren auch eine ganze Zeit lang mal politisches Kabarett gemacht: Texte geschrieben und inszeniert. „Da werde ich mich jetzt auch wieder ein Stück weit mit beschäftigen und mal sehen, ob noch was geht. Und vielleicht gibt es irgendwann auch mal ein Buch von mir.“

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