„Da ist ja mein Bruder!“

Stadtarchivar nimmt Okeler Senioren auf eine Reise in die Vergangenheit des Dorfes

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Stadtarchivar Hermann Greve (stehend) brachte den Teilnehmern des Okeler Klönschnacks mit vielen Geschichten und Bilddokumenten die Historie des Ortes näher. 

Okel - Von Dieter Niederheide. Der Okeler Klönschnack im Nostalgie Museum ist auf dem Wege, sich zur festen Institution im Terminplan der Senioren zu entwickeln. Die Idee, die Ortsbürgermeister Jürgen Schmock, der Ortsrat und Mitstreiter in die Wege leiteten, trägt Früchte. Der Beweis wurde am Donnerstag erbracht, als sich statt der angemeldeten rund 65 Frauen und Männer weit über 70 im Nostalgie Museum bei Elke und Wolfgang Kaeding einstellten.

Nicht zuletzt wird es das Thema gewesen sein, dass an diesem Nachmittag bei Kaffee und Kuchen anstand. Stadtarchivar Hermann Greve nahm die Zuhörer mit auf einen nostalgischen Spaziergang durch ein Stück Okeler Geschichte. Für einen großen Teil der Okeler Senioren waren Erinnerungen an „ihr Okel“ früherer Jahre damit verbunden.

„Das ist mein Elternhaus, da bin ich groß geworden“ sagte eine gebürtige Okelerin, als der Stadtarchivar eine alte Fotografie des Hauses auf der Leinwand zeigte. An der Vorderfront prangten Reklameschilder – zum Beispiel von Dressler Bier aus Bremen und von Waschmittelerzeugnissen.

Bei dem Gebäude handelt es sich um die frühere Gaststätte Winkelmann, die 1888 von Dietrich Hüneke gebaut wurde. Zunächst beherbergte das Haus auch einen Kolonialwarenladen. Hermann Hüneke führte das Geschäft weiter, auf ihn folgten Luise und Heinrich Winkelmann sowie am Ende Bruno und Margret Winkelmann als Wirtsleute.

Die Okelerin, die einst in dem Haus lebte, freut sich sehr, dass Elke und Wolfgang Kaeding mit dem Nostalgie-Museum dem geschichtsträchtigen Haus neues Leben eingehaucht haben.

Hans-Jürgen Seevers erinnerte unter anderem daran, dass es um 1849 gegenüber des Hauses bereits eine Schankwirtschaft in Okel gegeben hatte. Diese sei bis 1888 betrieben worden.

Mit rund 35 alten Bildern ließ Greve in seinem Vortrag das alte Okel aufleben. „Da ist ja mein Bruder“ sagte eine Okelerin, als Greve ein Foto von rodelnden Kindern am Seufzerberg an die Leinwand projizierte. „Da sind wir oft gegen einen Maschendrahtzaun gefahren“, hieß es aus der Runde.

Klönschnack: Schmock verspricht Fortsetzung

Stadtarchivar Greve betonte allerdings, dass die Bezeichnung Seufzerberg nicht überliefert sei. Er ließ bei seinem Vortrag auch die Gäste zu Wort kommen. So gab es manche Hinweise aus der Zuhörerschaft, die auch ihm neue Erkenntnisse brachten.

Hermann Greve rief in Erinnerung, dass es früher in Okel auf der Freilichtbühne im Okeler Busch Theateraufführungen gab, unter anderem von der Niederdeutschen Bühne Bremen. Ein Theaterstück hieß „Der Jungfrauenkrieg“.

Auch die Schulgeschichte kam nicht zu kurz, zum Beispiel bei einem Klassenfoto mit Lehrer Heuer. Wer von der älteren Generation kannte nicht die einstige Gaststätte Grüner Jäger mit dem herrlichen Sommergarten? Später diente das Gebäude unter anderem als Unterkunft für Flüchtlingsfamilien. Heute ist der Grüne Jäger ein Wohnhaus.

Einige der Okeler hatten Alben mit alten Bildern mitgebracht. Klar, dass an diesem Nachmittag das Okeler Lied, das einst Lehrer Hermann Wendt geschrieben hatte, gesungen wurde. Die Melodie entstammt der Volksweise „Ännchen von Tharau“. Heute noch ist es beim Schützenfest im Dorf fester Bestandteil, dass „Okel, mein Okel, wie bist du so schön, in deinen Gründen und auf deinen Höh'n“ von allen gesungen wird.

Am Ende war die Zeit doch zu kurz geworden. Ortsbürgermeister Jürgen Schmock und Stadtarchivar Hermann Greve waren sich darin einig, dass es schon bald einen, vielleicht auch zwei, weitere Vorträge mit alten Bildern auf der Leinwand geben soll. „Das wird auf jeden Fall fortgesetzt“ sagte Schmock unserer Zeitung und freute sich angesichts des großen Interesses.

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