Mehr als 70 Wachendorfer Bürger begrüßen gemeinsam mit Glockengeläut das neue Jahr

Gerade kalt genug für den Glühwein

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Leckeren Punsch gab‘s für die Kinder, Glühwein für die Erwachsenen: Mehr als 70 Wachendorfer fanden sich gestern beim Glockenstuhl zum gemeinsamen Jahresauftakt ein.

Wachendorf - Von Frank Jaursch. Wenn es um 11 Uhr morgens beim Glockenstuhl in Wachendorf läutet, wissen die Bewohner: Jemand ist gestorben. Läutet es um 18 Uhr, so heißt das: Ein neuer Wachendorfer Bürger ist geboren. Und wenn die Glocke um 14 Uhr erklingt? Dann muss Neujahr sein.

Am 1. Januar schaltet Hans-Hermann Lindhorst seit einigen Jahren am frühen Nachmittag die Läuteanlage des Glockenstuhls an.

Auf eine Reaktion auf die Beschallung musste er nicht lange warten. Noch kurz vor zwei verloren sich ein paar Handvoll Menschen an den Glühweinständen und den Stehtischen mit den Spekulatius-Tellern. Doch als Lindhorsts kleiner Gehilfe Max Köhler (zu dessen Geburt 2009 zum ersten Mal die 18-Uhr-Glocke geläutet hatte) nach einer Viertelstunde den Aus-Knopf des Läutewerks drückte, waren wieder mehr als 70 Wachendorfer zum gemütlichen Neujahrs-Plausch gekommen. Nicht schlecht bei einer Gesamtbevölkerung, die unter 500 liegt.

Die Begrüßung der Alteingesessenen und der Neubürger nutzte Manfred Rinas, Vorsitzender des Bürgervereins, für einen kurzen Rückblick aufs vergangene Jahr. Für die Wachendorfer habe 2015 klar im Zeichen der Ortschronik gestanden, erklärte er.

Das 400 Seiten starke Geschichtsbuch war im Dezember vorgestellt worden; die Verkaufszahlen haben sich seitdem furios entwickelt: Bis auf ein paar Exemplare ist die Auflage von 400 Stück bereits vergriffen. Und im Schatten des Glockenstuhls nahm Lindhorst gestern gleich noch eine Handvoll weiterer Bestellungen entgegen.

„Gucken wir mal, was uns 2016 bringt“, erklärte Rinas. Der rührige Bürgerverein wird auch in diesem Jahr reichlich Betätigungsfelder finden. Rinas nannte schon mal ein paar: Die Umgestaltung der Ortsdurchfahrten steht auf der Agenda, zudem ist das Festwiesen-Eingangstor seit längerem sanierungsbedürftig.

Ortsbürgermeister Jochen Harries zeigte sich erfreut über die große Resonanz auf den zwanglosen Empfang am Glockenstuhl. „Gerade kalt genug für den Glühwein“ sei es, frohlockte er. 2015 sei ein insgesamt „ruhiges Jahr mit einem grandiosen Abschluss“ – der Chronik-Veröffentlichung – gewesen.

Im neuen Jahr dürften sich die Wachendorfer aber schon mal auf einige Veränderungen einstellen. Zum einen steht im September die Kommunalwahl an, bei der nicht nur ein neuer Kreistag und Stadtrat gewählt wird, sondern auch ein Wachendorfer Ortsrat.

Das Dorf wird darüber hinaus eine Reihe von Flüchtlingen als neue Bürger hinzubekommen. Und Harries ist als Ortsbürgermeister gut genug informiert, um auch die dritte Neuigkeit zu wissen: „Wir werden wohl den Glockenstuhl in diesem Jahr noch einige Male läuten hören.“ Hoffentlich vor allem um 18 Uhr.

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