Zwischen Petunie und Gurke

Mehr als 30 Pflanzenstände locken Tausende zum Frühlingsmarkt am Kreismuseum

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Auf dem Frühlingsmarkt im Syker Kreismuseum stehen die Pflanzen im Vordergrund. Sie werden bewundert, verkauft und mit nach Hause genommen. Experten-Tipp: Kenner erscheinen bereits vor der offiziellen Öffnungszeit.

Syke - Von Robin Grulke. Grauer Himmel, kurze Schauer, wenig Sonne – und den Leuten war’s egal! Am Kreismuseum tummelten sich gestern Pflanzenfreunde und Familien aus dem ganzen Landkreis, um vorwiegend Pflanzen, aber auch schöne Erinnerungen mit nach Hause zu nehmen. Für diejenigen, die auf der Suche nach ganz bestimmtem Grünzeug waren, galt: Der frühe Vogel fängt den Wurm.

„Das sind Gartenleute, die kommen auch, wenn’s regnet“, sagt Ralf Vogeding. Der Museumsdirektor kennt seine „Stammkundschaft“ mittlerweile recht gut, beobachtet er sie doch jedes Jahr aufs Neue: „Ich habe vor 11 Uhr schon Leute wieder gehen sehen.“

Mitmachen und lernen

Vogeding meint die gewitzten Gartenliebhaber, die sich nicht an die Öffnungszeiten des Pflanzenmarktes, sondern die des Museums gehalten haben, um sich zwischen Petunie und Gurke das beste Stück herauszupicken. „Das Museum ist wie immer schon seit 10 Uhr geöffnet, der Markt erst ab 11 Uhr. Das nutzen die aus!“

Auch Kunst, geflochten oder nicht, ließ die Besucher einen Schritt vorrücken. Anfassen: ausdrücklich erlaubt!

Neben hunderten Besuchern, die ihre frisch erworbenen Pflanzen zu ihren Wagen bis zum Parkplatz trugen, verbrachten auch viele Familien den Tag zwischen Gewächs, Backwaren und Handwerk.

„Gib mir mal den Hammer!“ Johann Viebrock muss den kleinen Felix davon abhalten, den schweren Hammer direkt auf das Holzstück im Eisenrahmen zu schmettern. Der erfahrene Handwerker Viebrock hämmert vor, bis alles sitzt, und gibt dann die Verantwortung ab. Nach drei Schlägen: „Oh, super, Felix!“ Seine Mutter schaut stolz in Richtung Holz-Amboss, weil Felix gerade einen Zinken für einen Holzrechen gefertigt hat. Mitmachen und etwas dazulernen? Beim Frühjahrsmarkt im Kreismuseum ist das kein Problem. Das Wetter spielt dabei keine Rolle.

Wärme und Kuchen gibt es in der Backstube

Mit Händen in den Jackentaschen, aber auch mit Neugier schlenderten die Kleinen, Großen und Alten über den Markt. Wem es an der frischen Luft dann doch zu kalt wurde, der konnte sich im Museum aufwärmen. In der Backstube gingen im Sekundentakt die Butterkuchenstücke über den Tresen und die neu gestaltete Handwerkerausstellung war prall gefüllt.

Beim Museumsdirektor stößt der enorme Andrang natürlich auf offene Ohren. „Auch wenn das Wetter nicht so mitspielt, die Leute kommen trotzdem.“ Vogeding hat allerdings auch einen gewissen Anspruch an seine Veranstaltung. Im vergangenen Jahr hätten rund 2300 Besucher den Weg zum Kreismuseum eingeschlagen. „Wenn jetzt wieder eine 2 mit noch etwas dahinter steht, ist das schon okay!“

Beim Frühjahrsmarkt freut sich Vogeding besonders über die Vielfalt der Angebote – von Tulpen über Weidengeflecht bis hin zu Erdbeeren. „Die landen im Herbst als Gelée auf dem Bauernmarkt“, sagt er.

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