Mehr als 80 E-Autofahrer am Dillertal/„Tankst Du noch oder lädst Du schon?“

Lautlos über den Asphalt

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Leise und günstig: Das Organisationsteam des E-Auto-Treffens in Dille bei Bruchhausen-Vilsen (von links Roland Klose, Carsten Hünecke und Bernd Knöfel) präsentiert als Symbol das Ladekabel.

Br.-Vilsen - Von Dieter Niederheide. „Ein Elektro-Auto zu fahren, das macht einfach Spaß“, sagt Jens Fleisch (49), der eigens aus Sachsen-Anhalt zum Treffen der Elektro-Autofahrer am Dillertal angereist ist. Voller Überzeugung fügt er hinzu: „Es gibt ein gutes Gefühl, umweltfreundlich, ohne Lärm und Abgase mit dem Auto unterwegs zu sein.“

Jens Fleisch war einer der rund 80 E-Autofahrer, die am Sonnabend am Restaurant „Dillertal“ vorfuhren und aus allen Teilen Deutschlands kamen.

Christian Jog (37) hatte dabei die weiteste Anreise, er kam mit einem E-Krad (Marke Zero, hergestellt in Kalifornien) aus dem Landkreis Esslingen – hin und zurück mehr als 1300 Kilometer.

Das bedeutete für ihn: etwa zwölf Mal Strom laden unterwegs. Für den Software-Entwickler kein Problem, sagte er. Das Krad (Spitzengeschwindigkeit: 160 Kilometer pro Stunde) sei sein erstes motorisiertes Fahrzeug. Bislang sei er mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren, erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Strom kostet ihn pro 100 Kilometer 1,66 Euro.

Das Treffen sei gut organisiert, lobt Jog. Für ihn bot es eine gute Gelegenheit, sich mit gleichgesinnten E-Fahrern auszutauschen und zu fachsimpeln.

Das Organisationsteam mit Roland Klose (Dötlingen), Carsten Hünecke (Bremen) und Bernd Knöfel (Oyten) war mit dem Verlauf und der Resonanz der Veranstaltung zufrieden.

Der Saal war voller Zuhörer, als Referate zu den Themen Ladetechnik oder Mobilität in der Praxis zu hören waren. Es gab stets lebhafte Aussprachen darüber.

Auffallend mit ihren beiden Kleinst-E-Autos das Kölner Ehepaar Ellen (56) und Hubert (55) Bloch. Sie fuhr „Die Praline“ (Aufschrift auf den Wagen) und er den mit einem Sonnenblumenfeld und der Aufschrift „Der Umwelt zuliebe“.

Ellen Bloch: „Wir sind etwa 330 Kilometer gefahren, haben aber zum Treffen nicht den kürzesten Weg gewählt.“ Warum ist das Paar mit zwei Autos angereist? „Wir haben doch Gepäck für eine Woche“, antwortet Ellen Bloch.

Ein Neuling, der noch Elektro-Autofahrer werden will, ist Kirill Spitzer (29). Mit einem Diesel ist er aus Espelkamp im Nachbar-Landkreis Minden-Lübbecke gekommen. Er plant den Kauf eines Opel Ampera: ein Elektro-Auto, das bei leerem Akku automatisch auf Benzin umschaltet.

Warum wechselt er von einem Verbrenner auf Strom? „Damit will ich mich von der Masse der Autofahrer abheben“, antwortet Spitzer. Wenn möglich will er – zum Beispiel zur Arbeitsstelle – mit Strom fahren, sagt der Hotline-Supporter. Strom steht am Dillertal ausreichend zur Verfügung: Die Fahrer hatten auf dem Parkplatz gleich an mehreren Stellen Gelegenheit, ihre Autos zu laden. Dabei waren Fahrzeuge mit Kennzeichen aus Essen, Hamburg, Bremen und Nienburg zu sehen. Andere kamen aus Nordrhein-Westfalen und den neuen Bundesländern.

Die Betriebskosten von Elektro-Autos sind, so war vor Ort immer wieder zu hören, sehr niedrig. Denn „getankt“ wird an fast jeder Steckdose.

Die Frage auf dem T-Shirt eines Teilnehmers – „Tankst Du noch oder lädst Du schon?“ – war bei diesem Treffen so gut wie überflüssig.

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