Stadt Syke bei den Personalkosten im soliden Mittelfeld

Mehr Ausgaben durch mehr Aufgaben

Syke - Von Michael Walter. Als die Stadtverwaltung neulich im Rahmen der Beratung des Nachtragshaushalts ihre Personalplanung für das kommende Jahr ansprach, ging ein leises, aber unüberhörbares Raunen quer durch alle Ratsfraktionen. Allgemeiner Tenor: „Schon wieder ein paar neue Stellen – muss das denn sein? Wir haben doch schon so hohe Personalkosten.“ Dabei liegt Syke auf diesem Gebiet im soliden Mittelfeld, verglichen mit den Nachbargemeinden.

Laut Landesamt für Statistik hat die Stadt Syke im vergangenen Jahr rund 10,7 Millionen Euro für ihr eigenes Personal ausgegeben. Das sind grob gerechnet etwa 450 Euro pro Einwohner, vom Säugling bis zum Mummelgreis. Damit liegt Syke in etwa auf Augenhöhe mit Bassum und Weyhe: Bassum liegt bei rund 410 Euro pro Einwohner, Weyhe bei knapp 460 Euro.

Deutlich höher sind die Verwaltungskosten in Stuhr mit rund 575 Euro pro Einwohner. Und die mit Abstand schlankste Verwaltung im Nordkreis hat die Stadt Twistringen mit noch nicht einmal 290 Euro pro Einwohner.

Suse Laue: „Direkter Vergleich ist schwierig“

Wie alle Vergleiche hinkt auch dieser ein bisschen. Denn die entscheidende Frage ist: Welche Aufgaben haben die Kommunen zu erfüllen? Und die Antwort darauf fällt unterschiedlich aus. So hat Twistringen zum Beispiel nur einen einzigen städtischen Kindergarten. Die anderen sind in Trägerschaft der Kirche oder der Lebenshilfe. Auch für deren Personal zahlt Twistringen Geld. Das taucht im Haushalt aber nicht unter den Personalausgaben auf. Anders als Syke hat Twistringen auch keine eigene Kläranlage mehr.

Stuhr und Weyhe mit jeweils mehr als 30 000 Einwohnern haben dagegen Aufgaben übernommen, die die Stadt Syke nicht leistet. Zum Beispiel die Baugenehmigungsbehörde und die Kfz-Zulassung. Auf der anderen Seite haben aber auch sie keine kommunale Kläranlage, und Stuhr hat kein Bad zu betreiben.

„Ein direkter Vergleich ist dadurch schwierig“, sagt Bürgermeisterin Suse Laue. „Syke ist die drittgrößte Kommune im Landkreis, und dafür sind wir ganz gut aufgestellt.“

Insgesamt hat die Stadtverwaltung etwa 100 Mitarbeiter. Die Personalkosten machen rund ein Viertel des gesamten Haushaltsvolumens aus. Und rund ein Drittel der gesamten Personalkosten macht der Bereich Kindergärten, Krippen und Ganztagsbetreuung an den Grundschulen aus – etwa 3,5 Millionen Euro.

Stark dürfte sich in Syke die Relation „Personalkosten pro Einwohner“ in naher Zukunft nicht verändern. Auf der einen Seite ist Syke 2016 zwar spürbar gewachsen und wieder über die Marke von 25 000 Einwohnern gerutscht. Auf der anderen steigen aber auch die Personalkosten. Einmal auf Grund von Tariferhöhungen, und einmal auf Grund neuer Stellen.

2016 sind „per sofort“ fünf Stellen im Kita-Bereich zu besetzen sowie eine weitere Stelle in der EDV und eine halbe im Sitzungsdienst. Und 2017 könnten noch bis zu fünf Stellen – sowohl Vollzeit als auch Teilzeit – für den Mensa-Bereich der Grundschule am Lindhof dazu kommen.

Rubriklistenbild: © dpa

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