Lesung im März

Medizinische Fachangestellte Iris Fox arbeitet an viertem Roman

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Iris Fox schreibt nebenberuflich romantische Jugendbücher. Am 15. März liest sie in der Syker Buchhandlung Schüttert. 

Syke - Von Marc Lentvogt. Innerhalb von drei Jahren ist Iris Fox von einer Frau mit einer Idee zu einer Autorin mit drei Veröffentlichungen geworden. Die gebürtige Elmshornerin lebt mit ihrer Familie in Syke. Bevor sie zur Leipziger Buchmesse aufbricht, hat sie am Donnerstag, 15. März, bei Schüttert ihre erste öffentliche Lesung. Wir haben mit ihr über ihren Werdegang gesprochen.

Frau Fox, ihr neuster Roman „Just one dance“ wird dem „new adult“-Genre zugerechnet. Wo liegt der Unterschied zum klassischen Jugendbuch?

Iris Fox: Da streiten sich die Geister. In meinem Verständnis ist der Jugendroman wirklich jugendfrei. New adult wird etwas intensiver geschrieben. Der Leser klettert schon mit über die Bettkante.

Ihr erstes Buch „Love Happens“ hat auf diese Intensität noch verzichtet.

Fox: Ich plane so etwas nicht. Wenn ich eine Geschichte im Kopf habe, anfange zu spinnen, weiß ich selber nicht, in welches Genre sie hineinrutschen wird. Der „new adult“-Roman war nicht geplant, der hat sich so ergeben.

Sie haben eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten gemacht.

Fox: Ich bin nicht der klassische Autor, der schon immer wusste, dass er schreiben möchte. Im Nachhinein muss man aber sagen: Ich habe immer schon geschrieben, aber im Kopf. Ich komme ja noch aus einer Generation, in der ein Kind kein Smartphone hatte. Wenn ich damals den Bus verpasst habe, hatte ich eine Stunde Zeit, mir Geschichten auszudenken. Erst 2014 fing ich aus einem Impuls heraus an zu schreiben.

Was war das für ein Impuls?

Fox: Es war eine Szene in meinem Kopf, die es wert schien festgehalten zu werden. Aus der Szene entwickelte sich ein Kapitel. Ich habe einfach angefangen zu schreiben, ohne zu wissen, wie es geht.

Drei Jahre später haben Sie bereits drei Bücher bei einem renommierten Verlag (forever by Ullstein) veröffentlicht. Wie ist es dazu gekommen?

Fox: Erst mal wollte ich die Rohfassung in meine Schublade legen. Mein Mann sagte: ,Nee, jetzt machst du weiter’ und kam auf die Idee, zur Leipziger Buchmesse zu fahren. Dort habe ich bei einem Speeddating des BVJA (Bundesverband junger Autoren, Anm. d. Red.) mitgemacht. Ich durfte mein Skript abgeben, wurde aber zunächst abgelehnt. Das Skript habe ich überarbeitet. Ein Jahr später hatte ich damit bei derselben Veranstaltung und demselben Verlag Erfolg.

Was hat den Verlag von Ihnen überzeugt, was macht ihre Bücher besonders?

Fox: Ich möchte etwas schreiben, von dem der Leser denkt: Das würde mir nie passieren, aber es könnte! Meine Bücher hebt aber eigentlich gar nichts von anderen ab. Andere Autoren legen genauso viel Herz und Leidenschaft in ihre Geschichten.

Der Verlag scheint etwas Besonderes zu sehen. Dessen Vertrauen zahlen Sie mit Erfolg zurück.

Fox: Es hat sich von Buch zu Buch gesteigert. Dass „Just one dance“ direkt im ersten Monat ein Topseller wurde, damit konnte niemand rechnen, darüber habe ich vorher gar nicht nachgedacht. Mich rief eine Freundin an – Mitte Dezember, da war das Buch gerade zwei Wochen raus – und sagte: ,Dein Buch ist in den iTunes-Charts.’ Es war tatsächlich auf Platz 11. In diese Welt bin ich noch nicht ganz hineingewachsen.

Fällt ihrer Familie das einfacher als Ihnen selbst? Ihre Tochter fängt gerade an zu lesen, hat sie schon mal gefragt, was sie schreiben?

Fox: Sie kriegt das schon mit. Aber für das, was ich schreibe, interessiert sie sich gar nicht. Es hat sich einmal ergeben, dass ich sie zu einer Wohnzimmerlesung mitgenommen habe, und danach hat sie nur gesagt: ,Oh Mama, das ist so langweilig.’ Zum jetzigen Zeitpunkt glaube ich nicht, dass sie ein Fan von mir wird.

Ist Ihr Mann Fan von Ihnen?

Fox (lacht): Als ich anfing „Love Happens“ zu schreiben, wusste er gar nicht, was ich da mache. Nach drei Wochen hat er sich mir gegenüber gesetzt und gefragt: ,Was machst du da eigentlich?’ Und dann hab ich gesagt: ,Ich weiß das selbst nicht genau. Ich glaube, ich schreib’ ein Buch.’ Da ist er aufgestanden und gegangen. Die Skepsis, die ich in seinen Augen gesehen habe, hat mich sehr angespornt, weiterzumachen und das Buch tatsächlich zu beenden. Und auch wenn er anfangs noch an meinem Durchhaltevermögen zweifelte, konnte ich dennoch von Beginn an auf seine Unterstützung zählen.

Schenken Sie uns zum Abschluss einen Ausblick, worum wird es in Ihrem vierten Roman gehen?

Fox: Band 2 der Just-Love-Reihe wird wieder „new adult“ sein – mit der Besonderheit, dass sich zwei Männer ineinander verlieben.

Handelt es sich um ein politisches Buch?

Fox: Das gesellschaftliche Denken wird einen Stellenwert finden, aber nicht als Hauptaugenmerk. Meine Lektorin hatte die Idee, diese Beziehung in einem Buch hervorzuheben, und mir gefiel der Gedanke. So ist das Leben – man plant nicht, wer einem begegnet, in wen man sich verliebt, wen man hasst.

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