Eröffnung mit Verzögerungen

Martinsclub-„Quartierszentrum“: In Syke passt’s am besten

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Sie hatten zwar nicht gleich den ganzen Himmel voller Geigen, aber immerhin derer zwei zur Eröffnung des ersten Martinsclub-Quartierzentrums außerhalb der Bremer Landesgrenzen. Von links: Christa Drescher (Fachleitung Jugendhilfe), Thomas Bretschneider (Vorstand), Rebecca Tasto (Fachleitung Schulassistenz) und Helene Wolf (Regionalleitung).

Syke - Von Michael Walter. Manche Dinge dauern eben etwas länger: Mit etwa acht Monaten Verspätung feierte Freitag der Martinsclub an der Hauptstraße 2 die Eröffnung seines ersten „Quartierszentrums“ außerhalb der Bremer Landesgrenzen.

„Wir hatten seit unserem Einzug im August einfach so viele Dinge abzuarbeiten, bevor wir uns öffentlich vorstellen konnten“, erklärte Martinsclub-Vorstand Thomas Bretschneider.

Den Begriff Martinshof kennt man in Syke. Unter diesem Namen betreibt die Stadtgemeinde Bremen etwa ein Dutzend Behindertenwerkstätten, so ähnlich wie die Delmewerkstätten der Lebenshilfe bei uns.

Der Martinsclub ist ursprünglich einmal gegründet worden, um für die Mitarbeiter und Angehörigen dieser Behindertenwerkstätten Freizeitangebote zu schaffen. Seit 1973 ist der Martinsclub jedoch eine selbstständige Organisation, die sich bis heute zu einem der größten Träger der Behindertenhilfe in Bremen entwickelt hat und aktuell über 1000 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt. Das Leistungsangebot reicht von Wohnbetreuung über Assistenz in Schulen und Jugendhilfe bis zu Bildungs- und Freizeitangeboten für Menschen jeden Alters mit und ohne Behinderungen.

Anfrage kam von Landkreis

Der neue Standort in Syke ist der erste außerhalb Bremens. „Wir sind vom Landkreis Diepholz angefragt worden“, sagt die örtliche Leiterin Helene Wolf.

„In Bremen hat man das nicht gern gesehen“, sagt Vorstand Thomas Bretschneider. Trotzdem sieht er sich bei dieser Entscheidung schon bestätigt. In Niedersachsen gingen viele Dinge deutlich schneller als in Bremen, und seine Einrichtung sowie die Mitarbeiter hätten eine deutlich höhere Wertschätzung erfahren.

Die Präsenz des Martinsclubs in Syke sieht Helene Wolf nicht als Konkurrenz zu bestehenden Anbietern, sondern als Ergänzung. „Unser Ziel ist Kooperation“, betont sie. „Der Bedarf ist so groß!“

Wege, Bedarfe und Infrastruktur passen

Die Entscheidung, ausgerechnet Syke zum ersten Außenstandort zu machen, fiel laut Wolf nach einer ausführlichen Analyse der „Blitzgruppe“, die der Martinsclub mit der Standortsuche beauftragt hatte. „Wege, Bedarfe, vorhandene Infrastruktur: Hier passte alles am besten.“

Schon vor einem Jahr hätte die Außenstelle laut Plan eigentlich die Arbeit aufnehmen sollen. Doch an einer Stelle hatte die Blitzgruppe sich verrechnet. „In Syke eine Immobilie zu finden, wird bestimmt ganz einfach, hatten wir uns gedacht“, sagt Christa Drescher, die in Syke für den Bereich Jugendhilfe zuständig sein wird. „Aber das war dann doch nicht so. Dass dann das Bekleidungsgeschäft an der Hauptstraße 2 ausgezogen ist, war ein reiner Glücksfall für uns.“

Jugendhilfe noch im Aufbau

Der Bereich Jugendhilfe ist noch im Aufbau. Zunächst wird der Bereich Schulassistenz den Schwerpunkt der Tätigkeiten in Syke bilden. Die Assistenten begleiten behinderte Jugendliche, deren Eltern sich für ihre Kinder den Besuch einer Regelschule wünschen. Zweites Standbein ist daneben aktuell der Bereich Bildung und Freizeit. „Uns geht es darum, Begegnungsorte zu schaffen und Leute zusammenzubringen“, erklärt Helene Wolf.

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