Marius Neset glänzt gleich doppelt bei Jazz, Folk & Bike

Virtuoses Spiel in irrwitzigem Tempo

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Daniel Herskedal (Tuba) und Marius Neset (Saxophon) waren die Protagonisten zum Auftakt des Festivals.

Syke - Von Detlef Voges. Was ist schon neu in der Musik? Insofern überrascht ein instrumentales Duo aus Saxophon und Tuba erst einmal nicht. Live gespielt und passend auf einander angestimmt, verwundert der Klang dann doch und entführt in wundersame Hör-Welten.

Es war am Freitagabend im Theater nicht die einzige Überraschung zum Auftakt der Jazz Folk & Bike-Tage. Gut 300 Fans kamen in den Genuss eines Jazz-Doppelkonzerts und konnten so gleich die Feinheiten und Bandbreite dieses musikalischen Genres erleben.

Dafür sorgten als Hauptakteure die norwegischen Musiker Daniel Herskedal (Tuba) und Marius Neset (Saxophon). Eine Rolle spielte auch ein 14-köpfiger deutscher Chor. Gerd Harthus, mentaler Vater des Musikfestivals (seit 2002, und seit noch mehr Jahren dem rauen Charme Norwegens erlegen), hatte das Tuba-Sax Duo gehört und für Syke geordert. Herskedal und Neset sind inzwischen Größen in der Jazz-Szene.

Damit war aber erst ein Stein gewälzt, denn Herskedal und Neset wollten in Syke ihre CD „Neck of the woods“ präsentieren, und darauf ist auch ein Chor zu hören. Harthus brachte einen heimischen Chor ins Spiel. Herskedal und Neset schickten Noten. Kantorin Frederike Spangenberg übte Monate lang Stücke in norwegisch ein. Eine spannende Kooperative hatte sich gefunden.

Gleichsam zur Einstimmung steckten Neset und Herskedal fast asketisch den Rahmen noch allein ab mit Tuba und Saxophon. Dem Brummen und Summen der Tuba, die gelegentlich an das australische Didgeridoo erinnerte, setze das Saxophon ein teils raues Klangspektrum entgegen.

Die Musiker schufen folkloristische Bilder von Seen und Bergen, wallenden Nebeln und mystischen Landschaften. Die leicht düstere Stimmung lockerte der Chor kraftvoll auf. Er setzte vokal eigene Akzente und harmonierte mit den beiden Instrumenten. Die sakralen Stücke „The christmas song“, „Med Jesus“ und „Den stille uge“ bildeten einen spannenden Kontrapunkt zur instrumentalen Dominanz.

Mit dem Stück „lutra lutra“ verabschiedete sich Herskedal nachhaltig. Sein Tuba-Solo adelte das oft auf reine Begleitung angelegte Instrument und rückte es in die erste Reihe. Faszinierend, welche Facetten der Norweger seiner Tuba entlockte.

Das zweite Konzert mit Marius Neset und seiner Band (Anton Eger Schlagzeug, Phil Donken Bass und Magnus Hjorth Piano) war allein aufgrund der instrumentalen Veränderung anders. Es blieb musikalisch melancholisch, wurde aber auch mitunter tänzerisch. Der Klang war orchestral, die Ausdrucksform schillernd. Neset brillierte mit virtuosem Spiel, teilweise in irrwitzigem Tempo.

Das Konzert pendelte zwischen der spielerischen Fantasie des flirrenden Free Jazz und dem melodiösen Jazz, der romantische und tänzerische Passagen zulässt. Neset erwies sich im Kreis nicht nur als hervorragender Saxophonspieler: In dem Stück „Music for drums and saxophone“ bewegte er nur die Klappen des Instruments und erzeugte damit einen wundersamen Rhythmus.

Jazz, Folk & Bike in Syke

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