Margit Arndt stellt Häuser aus, wie sie kein Architekt der Welt bauen würde

Das Empire State-Building oder doch ‘ne Schnapspulle?

Von Aline Knake. SYKE

Zum dritten Mal stellt Margit Arndt nun schon im Kreismuseum aus. Zum zweiten Mal, wie schon 2005, mit ihrem Lieblings-Sujet: den Häusern. „Es sind auch Blumen und Landschaften dabei. Aber das sind Sachen, die ich sowieso gut kann. Mit den Häusern kann ich mich immer wieder selbst herausfordern“, erklärt Arndt.

Die Herausforderung ist ihr gelungen. Trotz des sich wiederholenden Motivs ist jedes der 35 Kunstwerke etwas Besonderes. Häuser in blau, die an eine Eislandschaft erinnern. Eine „Goldene Stadt“, ganz in gelb. Eine Collage, für die sie Papierarbeiten wieder neu zusammengesetzt hat. Und wenn das „Duo Glissando“ die Ausstellung auf dem Akkordeon und der Geige begleitet, fühlt man sich fast, als würde man durch die Straßen einer französischen Kleinstadt spazieren.

„Aber sind es wirklich Häuser?“, philosophiert Vogeding. „Wir stellen uns Häuser vor, wie sie von Architekten gemacht sind. Schön ordentlich auf dem Boden stehend. Aber so sind Margit Arndts Häuser gar nicht. Sie tanzen, stehen schräg, sind dem Winde ausgesetzt.“

Und mit Blick auf das Bild „Gruß aus Amerika“, das ein Hochhaus zusammengesetzt aus Autokennzeichen zeigt, meint er: „Beim ersten Blick habe ich gedacht: Das ist das Empire State Building. Es könnte aber auch eine Schnaps-Pulle sein.“

Und wieder ist es Margit Arndt, die am lautesten lacht. Sie ist eine lebenslustige Frau – mit einem ungewöhnlichen Lebenslauf, erzählt Vogeding. Mit 16 sei sie schon an der Werkkunstschule in Hildesheim gewesen. Erst mit 45 griff die „Haus-Frau“ nach einer langen Pause wieder zum Pinsel – und gewann kurze Zeit später den Kulturpreis des Landkreises Diepholz.

„Ich kenne niemanden, der so schnell so viele Jahre wieder aufgeholt hat“, so Vogeding. „Die Bilder kommen direkt aus der Seele auf die Leinwand. Sie hat diese Möglichkeit gefunden, dem Chaos im Kopf durch Kunst eine Ordnung zu geben.“ Das Ergebnis ist noch bis zum 27. Juli im Sonderausstellungsraum zu den Öffnungszeiten des Kreismuseums zu sehen.

Als Hausfrau allerdings, gibt Arndt zu, hat sie echte Defizite: „Mein Mann, der putzt und kann besser kochen als ich“, erklärt sie lachend.

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