Marco Langer ist Bühnentechniker bei der Syker Peter Pan-Inszenierung

Damit das Licht punktgenau sitzt

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Zum Justieren der Scheinwerfer sollte man am besten schwindelfrei sein: Hier befindet sich Langer gerade ungefähr sieben Meter über dem Bühnenniveau.

Syke - Von Rainer Köster. „Das Licht spielt eine besondere Rolle“, sagt Detlev Petersen. Er habe für seine Peter Pan-Inszenierung auf üppige Requisiten verzichtet und wolle stattdessen Stimmungen und räumliche Tiefe durch eine recht aufwändige Lichtinszenierung erreichen, so der Regisseur – viel zu tun also für Techniker Marco Langer.

Zum Glück hat sich seit der Erfindung des Theaterlichts durch Leonardo da Vinci einiges getan, und das sieht man auch am Syker Theater: Es ist lichttechnisch gut bestückt. Gerade richtet Langer eine große Traverse ein, die von der Bühnendecke heruntergelassen wurde.

Marco Langer hat für jeden beliebigen Zeitpunkt der Aufführung jede einzelne Scheinwerfereinstellung und Akustikeinspielung auf seinem Rechner abrufbereit.

Vier Scheinwerfergruppen aus je vier Strahlern sollen farblich auf die Szenen eingestellt werden. „Grün geht auf Rot, Rot fliegt raus“, so sein knapper Hinweis an Theatertechniker Lars Hensel, der die entsprechenden Farbscheiben anbringt. Anschließend klettert Langer auf einer Leiter gut sieben Meter unter das Dach des Theaterraums. An den dort hängenden Scheinwerfern bringt er „Gobos“ an, kleine mit Löchern versehene Schablonen, die später unterschiedliche Motive auf die Leinwand an der Bühnenrückwand werfen.

Nach einer Ausbildung im Bremer Schlachthof arbeitet Marco Langer seit eineinhalb Jahren als Veranstaltungstechniker. „Aber angefangen habe ich damit schon an meiner Schule in Weyhe“.

Beobachtet man ihn eine Zeitlang vom Zuschauerraum aus, wird die Komplexität seiner Arbeit deutlich – und dass hier einer genau weiß, was er tut.

Detlev Petersens Regieeinfälle stellen den Techniker durchaus vor Herausforderungen. So spielen die einzelnen Szenen auf unterschiedlichen Bühnenteilen – mal vorn, mal weiter hinten – die durch motivbestückte durchsichtige Gazevorhänge abgeteilt werden. Da muss das Licht punktgenau sitzen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Zudem soll ein Anflug auf Nimmerland simuliert werden mithilfe eines kleinen Videofilms und der Schattenrisse der Schauspieler. Entscheidend sei auch das exakte Timing der Lichtwechsel und Geräuscheinspielungen während der Szenen, so Langer.

In einer sogenannten „Cue-Liste“ ist auf seinem Computer im Regieraum der gesamte akustische und optische Ablauf der Aufführung gespeichert. „So wird eine relativ einfache Steuerung komplizierter und umfangreicher Abläufe möglich.“

Anschließend steht Peter Pan-Darsteller Bastian Dänekas noch eine besondere Aufgabe bevor: Eingespannt in einen Sicherheitsgurt soll er probeweise über die Bühne fliegen: Gurt anlegen, Kostüm anpassen, Löcher für die Haken schneiden, anseilen, und los. Er gibt sich entspannt: „Ich hab das schon einmal kurz ausprobiert.“

Ob Peter Pan wirklich fliegen kann? Premiere ist am kommenden Montag.

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