„Der Mann mit dem Schatten“

Kabarettist C. Heiland amüsiert mit Liedern und abstrusem Lebenslauf

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C. Heiland ist im Gleis zugegen und war nach eigenen Angaben zehn Jahre in der Psychiatrie – „tätig!“, betont er.

Syke - Von Heiner Büntemeyer. „Der Mann mit dem Schatten“ heißt das Soloprogramm des Comedian C. Heiland, mit dem er am Freitag im Gleis 1 antrat, um den vielen Besuchern die Alltagsprobleme erträglicher zu machen. Dabei waren die meisten dieser Probleme seine eigenen.

Weshalb springt er auch Bungee ohne Seil und arbeitet als Sensenmann im Altenheim? Aber das alles klärt sich auf und wird nachvollziehbar, wenn man seinen Lebenslauf verfolgt. Immerhin hat er nach eigenen Angaben 29 Semester Psychologie studiert und war folgerichtig anschließend zehn Jahre in der Psychiatrie – „tätig!“, wie er betont. Das kann man glauben, muss man aber nicht.

Publikum lässt sich zum Tanz gern auf die Bühne bitten

Bei seinem beruflichen Werdegang war er vorübergehend Imker, der den Bienen mit Pipetten etwas Alkohol einflößte, damit sie gleich Met produzieren, er bot Kindern Ponyreiten auf Giraffen an und versuchte eine Karriere als Fernsehkoch für Hundefutter, bis er dank seiner „minimalistischen Prekariatsattitüde“ Comedian wurde. Auf jeden Fall hatte seine Tätigkeit als Psychiater zur Folge, dass er das Omnichord kennenlernte, auf dem er sich bei seinen Liedern begleitete.

In diesen Liedern besingt er Barbie und Ken, „die lieben sich, und Ken bin ich“. Oder er singt den schnulzigen Schieber „Irgendwann kommt der Sommer“ und bittet Brigitte Hopmann aus Hoya zum Tanz zu sich auf die Bühne. Sie und ihr Ehemann sind Fans von C. Heiland und beteiligten sich intensiv und schmerzfrei an seinen Interaktionen mit dem Publikum.

Zwischen klugen Gedanken und unappetitlichen Witzen

Das Publikum sang auch bereitwillig die Refrains und war selbst kreativ, denn als es darum ging, angefangene Reime zu vollenden, kam aus dem Publikum auf seinen Satzanfang „Wo früher meine Leber war“ die Antwort „ist heute eine Minibar“. Das gefiel ihm natürlich, denn es gibt ja so vieles, was man im Leben nicht braucht: „Wer braucht einen sächsischen Akzent? Was wirklich zählt, ist ein Happy End, so happy, dass man am Ende flennt.“

Die meisten Lieder waren zum Wegschließen, auch einige Witze waren weit unterhalb der Gürtellinie angesiedelt, und was er über seinen Freund Torsten erzählte, war einfach nur unappetitlich. Aber er erwies sich auch als genauer Beobachter im Alltag, und was ihm dazu einfiel, war oft zwar skurril, aber auch nachdenkenswert und führte bei ihm zu der grundsoliden Erkenntnis: „So ist das Leben.“ Und zur Überzeugung, dass er sein Publikum als „fast geheilt“ auf den Heimweg schicken konnte.

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