Bunter „Tag der Jugend gegen Rassismus und Diskriminierung“ für den 9. November geplant

„Man muss nicht nur trauern“

Kernsatz mit kleinem Schönheitsfehler: Artikel 3 (nicht 1), Absatz 3 des Grundgesetzes hat sich die Arbeitsgruppe um Abdelhafid Catruat zum Motto des Tags der Jugend gemacht. Geplant ist er für den 9. November – falls die Coronamaßnahmen das erlauben.
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Kernsatz mit kleinem Schönheitsfehler: Artikel 3 (nicht 1), Absatz 3 des Grundgesetzes hat sich die Arbeitsgruppe um Abdelhafid Catruat zum Motto des Tags der Jugend gemacht. Geplant ist er für den 9. November – falls die Coronamaßnahmen das erlauben.

Syke – Der bange Blick von Abdelhafid Catruat ging am Mittwoch immer wieder in Richtung Nachrichten-Ticker: Was würde die Corona-Runde von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder an Einschränkungen für Veranstaltungen beschließen? Die Unruhe des rührigen Syker Jugendpflegers hat einen konkreten Grund: Acht bis zehn Arbeitswochen hat er in die Vorbereitung einer Veranstaltung gesteckt, die am Montag, 9. November, auf dem Rathausplatz laufen soll.

Der erste „Tag der Jugend gegen Rassismus und Diskriminierung“ ist nicht ohne Grund auf dieses geschichtsträchtige Datum gelegt worden. Am 9. November gedenken die Deutschen der Opfer der Reichspogromnacht im Jahr 1938, als jüdische Geschäfte zerstört, Synagogen in Brand gesetzt und Hunderte jüdische Bürger ermordet wurden.

„Wir wollten ein Forum schaffen, damit Jugendliche sich daran erinnern, was damals passiert ist“, so Catruat. Wichtig war ihm dabei, das Thema Rassismus nicht zu trocken zu präsentieren. „Wir haben ein Programm aufgestellt, um die Jugendlichen zu interessieren und sich an der Thematik zu beteiligen.“

Gemeinsam mit einem Dutzend Jugendlicher aus Syke machte er sich daran, ein Programm aus der Taufe zu heben, das junge Menschen anspricht, aber eine Botschaft vermitteln kann. Aus diesem Grund liest sich das Programm am Tag der Jugend in Syke auch ziemlich bunt. Vier bis fünf Live-Acts sorgen für hochklassige Musik – unter anderem konnte Catruat Rapper Shaggie Schween (alias Constantin Schwenen) und Sänger Igor Barbosa gewinnen. Beide haben enge persönliche Verbindungen zu Syke.

Kern des Nachmittags soll eine Reihe von Aktivitäten rund um die Diskriminierungs-Problematik sein. Dafür hat Catruat Kontakt zum Verein „Sei eine Stimme“ aus Hannover aufgenommen. Der trägt nicht nur eine Foto-Ausstellung gegen Rassismus, Diskriminierung und Rechtsextremismus bei, sondern hat auch geholfen, eine Podiumsdiskussion zum Thema auf die Beine zu stellen.

Ab 16.30 Uhr diskutiert Moderator Martin Rietsch mit den Gästen und einer Reihe von Prominenten auf dem Podium. Dazu zählt etwa Prof. Gunter Pilz, Soziologe und DFB-Berater. Außerdem sind mit Rigobert Gruber und Holger Wehlage zwei Ex-Profis von Werder Bremen dabei, ebenso wie Elombo Bolayela: Der ist nicht nur Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft, sondern hat nach seiner Flucht aus dem Kongo im Jahr 1992 lange in Syke gelebt.

Schließlich sorgt Ikram Rimi, die Antidiskriminierungsberaterin der Polizei Bremen, ab 18 Uhr mit einem Referat für weitere Impulse. Mehrere Info-Stände zum Thema und Filme, die in der Stadtbibliothek präsentiert werden, runden das Angebot dieses Nachmittags ab.

„Wir müssen was tun“, macht Catruat deutlich. „Die Thematik ist immer noch aktuell.“ Der Jugendpfleger lobt die Zustimmung, der er sofort von Seiten der Verwaltung und der Syker Politik für das Projekt erhalten habe.

Bis zum frühen Abend gab es noch keine entgültige Entscheidung darüber, ob der Tag der Jugend – in dieser Form einmalig im Landkreis – würde über die Bühne gehen können. Im Fall einer Absage gebe es keinen Plan B, betont Abdelhafid Catruat. „Das Thema ist zu wichtig für einen Plan B. Mit einem Livestream erreichst du keinen. Das alles lebt von Begegnungen und Diskussionen.“

Im Ausfall-Fall würde der Jugendpfleger das Programm gern um ein Jahr auf den 9.  November 2021 verschieben. Ohnehin soll aus dem „Tag der Jugend gegen Rassismus und Diskriminierung“ eine jährliche Veranstaltung werden – „immer mit neuen Ideen“, berichtet Catruat. „Man muss nicht nur trauern, man darf auch Spaß haben.

Von Frank Jaursch

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