„Man kriegt so viel zurück“

Projekt „Stärker werden“ der Grundschule am Lindhof sucht Coaches

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Teilnehmende Schüler und Coaches des Projektes „Stärker werden“ beim gemeinsamen Abschluss-Nachmittag im Krendel beim Kreismuseum. Das Coaching-Projekt der Grundschule am Lindhof sucht noch ehrenamtliche Helfer fürs neue Schuljahr.

Syke - Von Frank Jaursch. Wenn Heinz-Georg Lindhoff über seinen Schützling spricht, schwingt Stolz in der Stimme mit. „Simon erzählt mir auch schon mal Dinge, die er seiner Mutter nie erzählen würde.“ Wenn der Neunjährige zweimal in der Woche bei Lindhoff zu Gast ist, spielt Schule keine Rolle. Die beiden spielen Fußball oder Schach, gehen Eis essen oder schnitzen kleine Kunstwerke. Dabei hat sich das Paar erst vor ein paar Monaten gefunden – als Teil des Projektes „Stärker werden“.

Seit das Projekt im Herbst 2014 auf den Weg gebracht wurde – finanziell getragen vom Lions-Club Syke – sind insgesamt 17 Mädchen und Jungen der Grundschule am Lindhof in den Genuss eines eigenen ehrenamtlichen Coaches gekommen.

Es geht ums Zuhören, nicht um teure Freizeitangebote

„Der Löwenanteil lief dabei sehr positiv“, zieht Andrea Gudehus-Ochmann ein Zwischenfazit. Die Psychologin koordiniert das Projekt, sie stellt den Kontakt von Kindern und Coaches her, steht den Coaches beratend zur Seite. „Wir wollen den Kindern helfen, ihre Stärken zu entwickeln“, umschreibt sie das Projekt.

Dabei geht es nicht um Nachhilfe oder teure Freizeitanimation. Sondern um gemeinsame Zeit, ums Zuhören, vielleicht mal um einen guten Tipp.

Heinz-Georg Lindhoff ist ein Coach der ersten Stunde: Seinen ersten Schüler hat er durch die Schuljahre drei und vier begleitet – und dann, wie es das Projekt vorsieht, mit dem Übergang zur weiterführenden Schule abgegeben.

Männliche Bezugsperson entlastet alleinerziehende Mutter

Im Oktober 2016 übernahm er bei Simon sein zweites Coaching-Amt. Nicht ohne Anfangs-Schwierigkeiten: Zu Beginn wollte der Junge nichts von ihm wissen. Doch das änderte sich schnell. „Er geht jetzt unheimlich gern zu ihm“, berichtet Simons Mutter Sabine Vondra. Sie sieht sich als alleinerziehende Mutter durch das Angebot enorm entlastet. Es sei wichtig für Simon, auch eine männliche Bezugsperson zu haben. „Und er kann unglaublich gut mit ihm umgehen“, lobt sie den Coach.

Lindhoff hatte sich seinerzeit bei der Freiwilligenagentur gemeldet, weil er „irgendwo“ ehrenamtlich tätig werden wollte. Das Schulprojekt, das Schulleiterin Ursula Buchwald-Wachendorf konzipiert hatte, gefiel ihm so gut, dass er einstieg.

Lindhoff kann die Tätigkeit nur weiterempfehlen

Bis heute ein Schritt, den er nicht bereut. „Man kriegt so viel zurück“, erklärt der Syker. Und kann das Projekt auch anderen Männern und Frauen mit Freizeit nur ans Herz legen. „Wenn man Lust hat, sich mit Kindern zu beschäftigen – und ihnen vielleicht einen richtigen Weg aufzuzeigen – ist das großartig. Wenn Sie gerne etwas mit ihnen unternehmen, dann spüren das die Kinder, und der Funke springt über.“ Wie bei Simon und Heinz-Georg Lindhoff.

Für das neue Schuljahr sucht das Projekt noch Coaches für acht Schülerinnen und Schüler. Wer Interesse hat, kann sich an Andrea Gudehus-Ochmann unter 04242/7840750 wenden – oder sich bei der Freiwilligenagentur unter 04242/164250 melden.

info@freiwilligenagentur.syke.de

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