Hegering Syke: Sorge über Entwicklung der Hasen- und Fasanenbestände

Maisfelder – das Wildschwein-Paradies

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Hegeringleiter Hans-Hinrich Haartje (2.v.l.) zeichnete Heinz Segelke (2.v.r.) aus Barrien mit der Goldenen Ehrennadel für seine 50-jährige Mitgliedschaft aus. Es gratulierten Kreisjägermeister Dr. Ludwig Reeßing (r.) und Dr. Hans-Jürgen Hamann, Vorsitzender der Jägerschaft Syke.

Syke - Von Ulf Kaack. Das abgelaufene Jagdjahr ließ der Hegering Syke am Dienstagabend in seiner Jahreshauptversammlung noch einmal Revue passieren. Rund 50 Jäger nahmen Teil an dieser Kombination aus Rückschau, Bestandsaufnahme und Zukunftsperspektiven mit Blick auf die Reviere in der Hachestadt.

Was mit den Blecherbläserklängen des Jagdhornbläsercorps Weyhe feierlich begann, nahm anschließend deutlich ernsthafte Züge an. Hegeringleiter Hans-Hinrich Haartje gab mit seinem Streckenbericht einen Überblick über die hiesigen Wildbestände. Sorgen bereiten den Waidmännern seit Langem die Besätze von Hasen und Fasanen. „Trotz moderater Bejagung und intensiven Hegemaßnahmen ist ihr Besatz konstant auf niedrigem Niveau“, sagte Haartje.

Weniger Wildschweine und Füchse geschossen

Rehwild hingegen sei reichlich in der Region vertreten. Ihr Vorkommen sei seit vielen Jahren unverändert hoch. 339 Rehe wurden 2016 erlegt oder kamen im Straßenverkehr zu Tode.

Der Abschuss von Wildschweinen ging hingegen von 30 auf 16 Tiere zurück. Bei dieser Zahl ergriff Dr. Hans-Jürgen Hamann, Vorsitzender der Jägerschaft Syke, das Wort: „Diese Zahl darf uns keinesfalls darüber hinwegtäuschen, dass die Schwarzkittel bei uns nach wie vor stark zunehmen. Man sollte sich hier keinesfalls in Sicherheit wiegen.“

Ähnlich verhält es sich mit den Füchsen, bei denen die Abschusszahl mit 174 gegenüber 229 im Vorjahr ebenfalls entgegen der allgemeinen Entwicklung im Landkreis rückläufig ist. Seit Jahren nehmen hingegen die Bestände der Graugänse zu, ebenso die der Wildenten.

Wildstauden statt Mais für Biogasanlagen?

„Wesentlich gesteuert werden die Auf- und Abwärtsbewegungen bei unseren Wildbeständen durch den intensiven Anbau von Mais zur vornehmlichen Verwendung in den Biogasanlagen“, schlug Haartje den Bogen zu den Energiepflanzen. „Einerseits bieten sie Wildschweinen ein optimales Biotop mit Nahrung und Deckung, verdrängen andererseits das Niederwild durch intensive Bewirtschaftung sowie hohen Flächenverbrauch mit Monokulturen. Biologische Energien sind von der Politik und weiten Teilen der Gesellschaft gewollt, gehen aber zu Lasten der Artenvielfalt.“

Umso interessanter die anschließenden Ausführungen von Bernd Nordmann, dem stellvertretenden Hegeringleiter. Er hat Wildstauden als alternative Energiepflanze zum Mais ausgemacht und berichtete von erfolgreich verlaufenen Versuchen damit. Nordmann, selbst Landwirt, ist von den Wildstauden überzeugt. Gemeinsam mit einem Berufskollegen wird er noch in diesem Jahr auf sechs Hektar in Jardinghausen eine Anpflanzung anlegen. Einen Biogasanlagen-Betreiber, der ihm die Ernte abnehmen wird, hat er bereits gefunden.

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