Aktionstage für Schulen

Magische Momente auf dem Biohof

Kay Trinler vom NABU Syke demonstrierte bei den Schulaktionstagen, wie er die hofeigenen Heidschnucken schert.

Gessel - Von Michael Walter. „Wo kommt eigentlich das Obst und Gemüse her, das wir regelmäßig essen?“ Die Antwort auf diese Frage konnten sich jetzt rund 450 Schüler beim Bioland-Hof Voigt in Gessel selbst erarbeiten.

28 Schulen aus dem Nordwesten haben den Hofladen „frischeKISTE“ als Lieferanten für ihr Schulobst und -gemüse gewählt. Für sechs Grundschulen hat der Bioland-Hof jetzt spezielle Aktionstage angeboten: Vorige Woche sowie am Montag und Dienstag. Teilnehmer: 22 Klassen aus Delmenhorst, Bremen, Diepholz, Bassum und Syke.

Über drei Stationen lernten die Kinder auf interaktive Weise verschiedene Inhalte zu den Themen Gemüseanbau, Wiese und Boden kennen. An der Bodenstation erzählten Friederike Stelter (Biologin) und Till Bollermann (Geologe), wie der Bodenkreislauf funktioniert und warum der Regenwurm dafür so wichtig ist.

In Folientunneln zeigten Gärtnerin Beate Krondorf und Biologin Anastasia Werner den Anbau von Paprika, Tomate, Gurke und Co. Und Kay Trinler vom Nabu Syke machte vor, wie er die hofeigenen Heidschnucken schert und erklärte, warum Schafe zur extensiven Wiesenpflege so wichtig sind.

„Für uns waren diese Schulaktionstage gekennzeichnet von einer tollen – ja man muss es so sagen: Magie“, strahlt Kulturwissenschaftlerin Britta Enders, die für die „frischeKISTE“ das Schulobstprogramm betreut. „Die Dynamik, die sich bei den einzelnen Klassen zwischen den Stationen entwickelt hat, war für uns alle sehr berührend, lustig und erkenntnisreich. Wir haben zusammen geschmunzelt, wenn Fragen kamen wie: Aber meine Schwester hat auch rote Pullis, wo sind denn die roten Schafe? Und wir waren gerührt wenn so etwas kam wie: Euer Gemüse ist immer so toll zum Essen, wenn das in die Schule kommt, zu Hause hab ich das nicht.“

Enders weiter: „Es waren Kinder dabei, die zum ersten Mal in ihrem Leben einen Regenwurm in der Hand gehalten haben und welche, die staunten, als sie Gurken an Pflanzen sahen – wo sie doch eigentlich dachten, dass Gurken unter der Erde wachsen.“

Man sei im Betrieb sehr überrascht gewesen über das große Interesse seitens der Schulen. Obwohl das Programm daraufhin gegenüber der ursprünglichen Planung deutlich aufgestockt wurde, habe man immer noch einigen Schulen absagen müssen, sagt Enders.

Für das Hof-Team hätten diese Aktionstage ausgesprochen positive Nebeneffekte gebracht, betont Britta Enders, „weil es sehr berührende Momente mit den Kindern gab, und das den Mitarbeiterinnen, die sonst nur packen oder im Hofladen stehen, gutgetan hat“. Trotzdem ist sie sich nicht sicher, ob der Bioland-Hof etwas in dieser Größenordnung noch einmal organisieren würde. „Wahrscheinlich eher nicht“, sagt sie. „Sechs Klassen an einem Tag, ist für unseren Betrieb schon etwas sehr Besonderes. Und für die Kinder ja auch.“

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