Männerdefizit beim Lesefrühstück

Plattdeutsch ist wohl Frauensache

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Ein gutes Händchen bewiesen Ingrid Reinecke und Rudolf Legenhausen bei der Auswahl ihrer plattdeutschen Texte.

Syke - Von Heiner Büntemeyer. Advent kann kommen. In der Syker Stadtbibliothek war er schon. Zum Lesefrühstück am Dienstag waren fast 40 Gäste, darunter lediglich vier Männer, erschienen, um den plattdeutschen Gedichten und Geschichten zu lauschen, die Ingrid Reinecke und Rudolf Legenhausen für diese Veranstaltung ausgewählt hatten.

Einige Zuhörerinnen verstanden diese Sprache nicht, aber Legenhausen machte ihnen schon bei der Begrüßung Mut, als er das Gedicht „Versöök dat mal“ vorlas. Auch wenn sie trotzdem nicht jede Passage verstanden, so spürten sie doch den Charme dieser Sprache. Die meisten Gedichte und Geschichten handelten von Weihnachten, von Vorfreude auf das Fest und von den kleinen Missgeschicken, an die sich die Beteiligten später noch schmunzelnd erinnern.

Es waren Geschichten aus jener Zeit, als Mutter den Botterkoken noch selbst machte und ihn in der Weihnachtsstube zum Abkühlen auf den Fußboden stellte. Allerdings hatte Mutter Ostermann den Raum nicht abgeschlossen. Als Vadder Ostermann bei Dunkelheit die Stube betrat, freute er sich über den neuen, weichen Teppich. – Allerdings nicht sehr lange.

In Rudolf Kinaus „Wiehnachten-Abend“ wird das Schaukelpferd sorgfältig recycelt, damit es allen vier Kindern einmal unter den Tannenbaum gelegt werden kann. Bei Heinrich Schmidt-Barriens „Wenn de Roland singt“ haben zwei Mädchen nur einen Wunsch: einen Tannenbaum am Heiligen Abend. Und Krischan Holsten erzählt, wie er am Heiligen Abend aus dem Gottesdienst „uutneiht“ ist, um zu Hause den Weihnachtsmann zu beobachten. Die beiden Vorleser erzählten zum Vergnügen der Zuhörer im Rollenlesen den Dialog zwischen Gerd und seinem Freund Jan über die ewige Frage, ob es den Weihnachtsmann gibt oder nicht. Es waren weihnachtliche Geschichten und Gedichte zum Schmunzeln und zum „Nickkoppen“.

Auch die anderen plattdeutschen Beiträge trugen zu einer heiteren, besinnlichen und manchmal auch nachdenklichen Stimmung bei. Reinecke und Legenhausen hatten bei der Wahl ihrer Beiträge eine glückliches Händchen bewiesen, zumal sie die plattdeutsche Sprache sprechen und ihr Vorlesen nicht angelesen, sondern „echt Platt“ klang.

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