Lukas Kruse (22) vor dem ersten Music-Company-Konzert unter seiner Leitung

„Ich will nie wieder von da vorne weg“

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Alles im Griff: Dirigent Lukas Kruse (stehend) und die Music Company des TuS Syke bei den Proben zum Konzert.

Syke - Von Frank Jaursch. So langsam wächst bei Lukas Kruse die Aufregung – und die Vorfreude auch. „Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht irgendwas zu dem Konzert vorbereite“, erklärt der 22-Jährige. Er steht vor einem besonderen Highlight: Am Sonnabend, 12. März, lädt die Music Company des TuS Syke zum großen Konzert ins Theater ein. Bei Kruse laufen die Fäden zusammen: Er dirigiert das 40-köpfige Ensemble.

Vor zwei Jahren hatte das Orchester die Übergabe des Taktstockes vollzogen, als Lukas Kruse nach der Pause des Vereinskonzertes die Leitung von seiner Mutter, der langjährigen Dirigentin Petra Kruse, übernahm. Seitdem „steht da vorn so‘n junger Hüpfer“ und erklärt den Musikern, wie sie zu spielen haben. Der Mann, der den Satz vom „jungen Hüpfer“ sagt, ist vielleicht der einzige, der sich das erlauben darf: Ernst-August Allhusen war nicht nur selbst neun Jahre lang Dirigent, sondern ist zudem Kruses Opa.

Allhusen war skeptisch, als sein Enkelsohn vor etwa drei Jahren mit der Ausbildung zum Dirigenten begann: „Mensch, der Junge ist doch noch so jung“, warnte er. Doch längst ist aus dem Bedenkenträger einer der größten Fans geworden. „Das hat er doll hingekriegt“, lobt Allhusen.

Das Konzert am 12. März (Beginn: 19.30 Uhr) hat er allein konzipiert. 17 Stücke werden im Theater zu hören sein, allein 14 davon hat die Music Company in den vergangenen zwei Jahren erlernt. „Es ist fast alles dabei, was man mit Blasmusik machen kann“, kündigt Kruse an. Die Bandbreite geht von der traditionellen Marschpolka („Ernst Mosch gehört einfach dazu“) bis zu Filmsongs oder moderner Popmusik.

Den Wechsel vom Schlagzeug, seinem angestammten Instrument, auf die „andere Seite“ hat Kruse nie bereut. „Der Job reizt mich unheimlich“, erklärt der 22-Jährige. „Ich will nie wieder von da vorne weg in die letzte Reihe zurück.“

Die Ausbildung zum Dirigenten mag ihn technisch vorangebracht haben – für den Alltag mit dem Orchester musste er seine Erfahrungen erst selbst machen. Ob er ein strengerer Dirigent ist als seine Mutter? Kruse lacht. „Da scheiden sich die Geister.“ Eigentlich sei er wohl ein ganz verträglicher Typ. „Aber an einzelnen Stellen kann ich ganz schön penetrant sein.“

Zum Beispiel bei einem Stück, das er während des Urlaubs gehört hatte. Mit großem Aufwand besorgte sich Kruse die Noten des Marsches – direkt vom Komponisten aus Österreich. „Das haben wir Anfang des Jahres spontan mit hinzugenommen. Und jetzt sind wir das einzige Orchester in Deutschland, das dieses Stück spielt.“

Doch sein Orchester hat sich längst an die Einfälle des jungen Chefs gewöhnt. Und vertraut der Einschätzung des Dirigenten. „Die folgen ihm alle“, verrät Allhusen.

Nicht nur seine Position innerhalb des Orchesters hat sich geändert, auch seine Art, Musik zu hören. Heute achtet er viel mehr auf Akkorde, Harmonien und unterschiedliche Tempi. „Man wird vom Genusshörer zum Analysten“, umschreibt es der junge Syker schmunzelnd.

Nicht zuletzt das Können des Dirigenten und seiner Vorgängerin haben dafür gesorgt, dass die Music Company sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt hat. Und so wagt die Formation bei ihrem Konzert auch mal eine Stück, das ein bisschen ins Konzertante abdriftet. „Es ist für uns etwas Besonderes, auch so etwas mal öffentlich zu spielen“, so Kruse.

Wer neugierig geworden ist: Karten für das Konzert der Music Company gibt es zum Preis von neun Euro bei der Kreissparkasse am Mühlendamm – und bei allen Orchestermitgliedern.

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