Ludwig Stöver erhält Bundesverdienstkreuz für mehr als vier Jahrzehnte ehrenamtlichen Engagements in der Kommunalpolitik

Geradeheraus und mit dem Herz am rechten Fleck

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Ludwig und Inge Stöver.

Syke - Von Michael Walter. „Rückblickend muss ich mich wundern, dass ich bei all dem noch Zeit für meinen Beruf gehabt habe.“ Ludwig Stöver musste selbst schmunzeln angesichts der langen Liste seiner Ehrenämter, die er seit knapp 45 Jahren ausgeübt hat. Am Donnerstag Abend wurden sie gleich mehrfach vorgelesen, als dem Ristedter im Ratssaal das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde.

Anfang der 70er Jahre gehörte Stöver zu den Mitbegründern der SPD in Ristedt, das damals noch eine selbstständige Gemeinde war. Von 1974 bis 2014 gehörte er ununterbrochen dem Gemeinderat beziehungsweise nach der Gebietsreform und der Eingemeindung nach Syke dem Ortsrat an. Fast genauso lang ist Stöver Mitglied des Syker Stadtrats, dem er noch heute angehört. Von 2006 bis 2011 hatte er darüber hinaus einen Sitz im Kreisrat, und 20 Jahre lang war er Ortsbürgermeister in Ristedt.

In all diesen Jahren habe sich Stöver „intensiv für den Erhalt der dörflichen Infrastruktur“ eingesetzt, hob Landrat Cord Bockhop in seiner Laudatio hervor. Dabei hätten ihn stets Fairness und Sachlichkeit ausgezeichnet. Ludwig Stöver habe nie parteipolitische Interessen vorgeschoben, sondern immer den Gemeinnutz im Blick gehabt.

Auch Bürgermeisterin Suse Laue hob das über Jahrzehnte kontinuierliche Engagement Stövers hervor. „Ich glaube, wir werden in Zukunft kaum mehr jemanden finden, der 40 Jahre Kommunalpolitik auf dem Buckel hat.“

Als sie vor zehn Jahren nach Syke gekommen sei, habe Laue Ludwig Stöver als geradeheraus kennengelernt – und als eine Person mit dem Herz am rechten Fleck. „Sie haben sich nie verbiegen lassen. Ganz zurecht prangt nun der Orden an Ihrer Brust.“

Anerkennung zollte die Bürgermeisterin auch Ehefrau Inge Stöver: „Es sind beide, die diesen Orden verdient haben.“

Gabriele Beständig – mit Ludwig Stöver seit vielen Jahren durch die gemeinsame politische Arbeit befreundet – überbrachte auf eine hörbar privatere Art die Grußworte des Syker Rats „für unseren Ludwig“. Sie schaffe es gar nicht, all die Dinge aufzuzählen, die er mit angestoßen und mitgestaltet habe. Und wenn er sich dabei gegen Widerstände durchsetzen musste, habe Stöver dies immer „auf persönlicher liebevoller Ebene“ getan. „Wir freuen uns mit dir“, schloss Beständig. „Und wir sind auch ein bisschen stolz auf dich.“

Sichtlich bewegt gab Stöver die vielen Komplimente in die Runde zurück: „Euch allen gehört ein Stück dieser Medaille.“ Und wenn er sich etwas wünschen würde, dann „dass sich noch mehr Menschen ehrenamtlich einbringen. Dann hätte ich noch weniger Sorgen um den Fortbestand unserer Demokratie.“

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