In der Barrier Grundschule steht diese Woche alles im Zeichen des Zirkus

Loslassen lernen

Nicht jeder Teller blieb, wo er sein sollte – aber die Mädchen und Jungen waren dennoch mit großem Einsatz dabei.

Barrien - Von Frank Jaursch. Am Ende der Generalprobe holt Gregor Saborowski noch einmal alle Beteiligten in die Manege. „Ihr wisst eigentlich alles“, erklärt der Zirkusdirektor seinen jungen Schützlingen. „

Ihr müsst euch nur konzentrieren.“ 13 Show-Acts haben die vier Grundschulklassen einstudiert: zum Beispiel Vertikaltuch und Rhönrad, Drahtseil und Nagelbrett, Clownerie und Jonglage. Bei der großen Vorstellung am Abend wird dann so mancher über sich hinauswachsen.

Eine Woche lang steht an der Grundschule an der Wassermühle alles im Zeichen des Zirkus. Täglich sind drei bis vier Klassen damit beschäftigt, eine abwechslungsreiche Show auf die Beine zu stellen, um sie am Abend im großen Zelt ihren Familien zu zeigen. Auch die übrigen Klassen beschäftigen sich mit dem Thema: Sie basteln Eintrittskarten oder malen Plakate, sie lernen etwas über die Geschichte der Zirkusse oder stellen Jonglierbälle her.

Helene Rosenko ist ganz angetan von dem Projekt. „Bei uns wird sogar im Lehrerzimmer jongliert“, lacht die kommissarische Schulleiterin. Für sie sind diese Tage gut investierte Zeit, auch wenn der Lehrplan für eine Woche Pause hat.

Das heißt: Eigentlich hat er gar keine Pause. Denn auch in den Lehrplänen wird die Förderung der personalen und sozialen Kompetenz als wichtiger Bestandteil bezeichnet. „Und das steht in dieser Woche eben mehr im Fokus als das Inhaltliche“, so Rosenko.

Es geht um Teamwork, um Kommunikation. Und auch darum, Ängste zu überwinden. Nicht jeder hängt gern kopfüber am Tuch oder klemmt im Rhönrad. Für so manchen stellt es eine riesige Überwindung dar, die Moderation des Abends zu übernehmen. Da fließt vielleicht schon mal ein Tränchen – doch am Ende ist der Stolz, es geschafft zu haben, nahezu grenzenlos.

Balanceakt auf dem Drahtseil: Eine Woche lang schnuppern die Barrier Schüler Zirkusluft. - Fotos Ehlers

Kerstin und Gregor Saborowski und Abdul el Akel vom Zirkus Zippolino zeigen den Schülern, wozu diese fähig sind. Sie geben Hilfestellungen, wo es nötig ist. „Aber das meiste machen die Kinder selbst“, versichert Gregor Saborowski. Man müsse lernen, die Mädchen und Jungen loszulassen.

Und das gilt in doppeltem Sinn. Zum einen vollbringen die Schüler mitunter erstaunliche Leistungen auch ohne Festhalten. Und zum anderen gestalten sie auch das Programm zu guten Stücken selbst. Wenn man sie lässt.

Da die Gruppen jahrgangsübergreifend gebildet werden, ist ein weiteres spannendes Phänomen zu beobachten: Die Großen übernehmen Verantwortung, helfen den Erst- und Zweitklässlern.

Auch wenn nicht jeder Auftritt ganz so klappt wie geplant: Der Stolz in den Gesichtern der kleinen Artisten am Ende ihrer Show spricht Bände. Und lässt vermuten, warum die Zirkus-Familien ihren Beruf lieben – auch in schwierigen Zeiten.

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