Schäden durch nasse Witterung 

Loch an Loch am Straßenrand

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Zahlreiche Straßen sind durch die feuchte Witterung der vergangenen Monate – und durch Befahren des Straßenrands – beschädigt worden. Unser Bild zeigt die Straße Am Dorfrand.

Syke - Von Frank Jaursch. Rumms! Der Schlag fährt einem bis in die Knochen. Wenn man mit seinem Auto unvermittelt ein Schlagloch erwischt, schüttelt es einem im besten Fall nur ordentlich durch. Hat man weniger Glück, ist ein Schaden am Auto die Folge. Die Gefahr, eines der Löcher am Straßenrand zu erwischen, ist in diesen Wochen besonders groß. Denn die Straßenrandbereiche präsentieren sich an einigen Stellen in einem bejammernswerten Zustand. Loch an Loch am Straßenrand – was tun?

„Dieses Jahr ist es extrem“, räumt auch Hein Sievers ein. Der Zustand der Straßen fällt direkt in den Arbeitsbereich des Bauamtsleiters. Und als solcher wird er von den Syker Bürgern fast täglich auf den Mangel hingewiesen.

Wie kommt's dass alles noch schlimmer ist als in der Vergangenheit? „Wir hatten einen nassen Sommer, dann einen nassen Herbst und bislang einen nassen Winter“, betont Bürgermeisterin Suse Laue. „Der Boden ist übersättigt.“

Mit sichtbaren Folgen vor allem am Rand schmaler Straßen. Denn wo Begegnungsverkehr dafür sorgt, dass ein Auto die Fahrbahn verlassen muss, wird der Randbereich ausgefahren, kleine Löcher entstehen. Und das Elend nimmt seinen Lauf: Pfützen entstehen, waschen den Bereich aus, weitere Autos fahren hindurch und vertiefen so die Löcher.

Das Problem ist längst bekannt. Aber dadurch noch lange nicht gebannt. Denn eine praktikable Lösung dafür gibt es schlicht nicht, erklärt Sievers. „Bei diesem Wetter sind die Schäden nicht einfach so zu reparieren“, sagt er – wohl wissend, dass er es nicht ganz leicht hat, diese Nachricht den Bürgern zu verkaufen.

Rund 600 Kilometer lang ist das Straßennetz, für das die Stadt zuständig ist. Auf über 100 Kilometer Länge schätzt Sievers allein die Strecke an beschädigten Straßenrändern. Das können kleine Unebenheiten sein, aber eben auch massive Auswaschungen. Sievers hat eine mehrere Seiten lange Liste an Schotterstraßen, die von der Witterung besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Stadt will in Extremfällen kurzfristig aktiv werden

Vom ursprünglichen Plan, erst im Frühjahr mit den Reparaturarbeiten zu beginnen, hat Sievers indes bereits Abstand genommen. „So lange werden wir nicht durchhalten.“ Stattdessen soll es bei Extremfällen schon bald Verbesserungen geben. Das ist mit einem hohen Aufwand und hohen Kosten verbunden. „Darum werden wir die Grenze relativ hoch ansetzen“, so Hein Sievers. Welche Straßen als erste an der Reihe sind, soll sich in den kommenden Tagen und Wochen entscheiden.

Der Bauamtsleiter weist allerdings auch darauf hin, dass das nasse Wetter nur einen Teil des Problems ausmacht. Ein anderer Teil seien die Verkehrsteilnehmer selbst. Dass beim Begegnungsverkehr ein Autofahrer rechts ranfährt und den Entgegenkommenden passieren lässt, sei eben leider nicht der Normalfall. Die meisten Begegnungen fänden stattdessen ohne nennenswerten Tempoverlust statt – auf Kosten der Straßenränder.

Langfristig, so Sievers, möchte die Stadt dazu übergehen, dauerhaft die Unterhaltskosten zu reduzieren. Soll heißen: Die Straßenränder sollen so befestigt werden, dass es nicht alljährlich zu den aufwendigen Reparaturen kommt.

Nicht alles auf einmal möglich 

Dazu gab es in den vergangenen Jahren unterschiedliche Ansätze. Die Lösung mit im Boden eingebrachten Gittermatten am Handelsweg in Barrien konnte nicht so richtig überzeugen, eine andere Lösung mit festerem Material in Kurvenbereichen, die etwa in Gödestorf zum Einsatz kam, hat da schon besser funktioniert.

Doch auch diese langfristige Lösung birgt – neben den Erstellungskosten – ein Problem, wie Sievers betont: „Wenn ich so dauerhaft die Straße verbreitere, fahren die Leute wieder schneller.“ Um das zu vermeiden, müsse man sich Gedanken über mögliche Gegenmaßnahmen machen, etwa indem durch ein beigefügtes Granulat ein lauteres Abrollgeräusch erzeugt wird.

Die Stadt hat also das Problem im Blick, wenn auch (noch) nicht im Griff. Sievers bittet um Geduld: „Wir können eben nicht alles auf einmal machen.“

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