City-Galerie im ehemaligen Lühning-Gebäude erwacht aus dem Winterschlaf: Mehrere neue Aussteller

Live zusehen, wie Kunst entsteht

„Keine Angst vor Maschinen“: Udo Richter bearbeitet seine Werkstücke schon mal mit der Kettensäge. Natürlich stets mit Schutzkleidung! Nur für unseren Fotografen stellte sich der 68-Jährige mitten in die Ausstellung. ·
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„Keine Angst vor Maschinen“: Udo Richter bearbeitet seine Werkstücke schon mal mit der Kettensäge. Natürlich stets mit Schutzkleidung! Nur für unseren Fotografen stellte sich der 68-Jährige mitten in die Ausstellung.

Syke - Von Frank Jaursch. „Für eine Galerie“, schwärmt Ruth E.E. Cordes, „sind das tolle Räume.“ Die breite Fensterfront im ehemaligen Gebäude von Lühning-Farben an der Bahnhofstraße sorgt für helles Licht im Ausstellungsbereich. Viele Ecken scheinen nur darauf zu warten, mit Bildern bestückt zu werden. Lange soll es nicht mehr dauern: Die City-Galerie ist aus dem Winterschlaf erwacht.

Solange sich kein Käufer für die leer stehende Immobilie findet, darf sich Cordes in den rund 600 Quadratmeter umfassenden Räumen nach Belieben austoben. „Total unkompliziert“ seien die Gespräche mit dem Eigentümer gelaufen, so Cordes begeistert. Den Schlüssel habe sie mit den Worten „Machen Sie was draus“ erhalten.

Und Ruth Cordes macht was draus: In den kommenden drei Monaten soll die Galerie wachsen – mit Werken von mehr als einem Dutzend Malern und Bildhauern. Die Ausstellung „Kunst im Zwischenraum“, die sie gemeinsam mit Scarlett Fink konzipiert hat, läuft bis zum 26. Juli; jedenfalls, wenn sich bis dahin kein Käufer für die Immobilie findet.

Bilder von Fink und Cordes zieren bereits die Wände. In den kommenden Wochen sollen allmählich immer mehr Künstler ein Plätzchen für ihre Schätze finden. In diesem steten Wandel sieht Cordes einen besonderen Reiz: „Die Ausstellung bekommt so immer wieder ein anderes Gesicht.“ Cordes hat bereits von acht Künstlern mündliche Zusagen für eine Teilnahme. Beispielsweise sollen bald auch Stücke von Rainer Schmidt (Stuhr) zu sehen sein. „Wir wollen jeden Einzug zelebrieren“, sagt Cordes.

Der erste Künstler, der die Ausstellung mit seinen Werken bereichert, ist Udo Richter. Der Bildhauer aus Schneeren zog – künstlerisch gesehen – gestern an der Bahnhofstraße ein. Als Sohn des renommierten Malers Heinrich Richter (unter anderem Illustrator der „Blechtrommel“ von Günter Grass) kam er erst spät zur Kunst – und nicht ohne Grund zur Bildhauerei: „In der Malerei konnte ich ihn nie erreichen“, erklärt Richter.

Stattdessen verlegte er sich auf Skulpturen: Arbeiten mit hölzernen Fachwerk-Balken, mit Sand- oder Speckstein sind in Syke zu sehen. Mit der Kettensäge („Man muss nur keine Angst vor Maschinen haben“) und anderen Hilfsmitteln folgt er vorgegebenen Naturmerkmalen in seinen Materialien, arbeitet Rundungen, Linien und Zwischenräume heraus.

Wie das konkret aussieht, können Neugierige vor Ort verfolgen. Denn ebenso wie Ruth Cordes, die sich schon mal bei der Arbeit in ihrem „Atelier“ über die Schulter schauen lässt, arbeitet auch Richter in den Räumen aktiv an seinen Kunstwerken weiter. Am Sonnabend, 17.  Mai, ist Richter wieder in Syke. Und wahrscheinlich werden dann weitere Künstler aus der Region ihren Platz in der City-Galerie gefunden haben.

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