Lions Club Syke: 550.000 Euro Spenden seit Gründung

Entgegen dem Klischee: Karitativ, nicht konspirativ

Das Gummienten-Rennen auf der Hache war 2012 eine der spektakulärsten Aktionen der Lions in Syke. - Foto: Archivbild, Jantje Ehlers
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Das Gummienten-Rennen auf der Hache war 2012 eine der spektakulärsten Aktionen der Lions in Syke.

Syke - Von Frank Jaursch. Es dürfte nicht viele Gemeinschaften geben, die mit so vielen Vorurteilen zu kämpfen haben, wie die Lions Clubs. Ein elitärer Zirkel älterer Herren, ein erzkonservativer Klüngel, ein überholtes Konstrukt irgendwo zwischen studentischer Verbindung und Freimaurer-Loge? Solche oder ähnliche Bilder gehen so manchem durch den Kopf, wenn er an die Lions denkt.

Dr. André Gutbrod schmunzelt, wenn er mit diesen Klischees konfrontiert wird. Er war selbst ein Jahr lang Präsident beim Lions Club Syke, ist jetzt für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. „Nein“, erklärt er dann geduldig, „wir sind kein Verein, der sich konspirativ trifft und irgendwas ausheckt.“

Dr. A. Gutbrod

Ganz im Gegenteil: Im Mittelpunkt der zweiwöchigen Clubabende steht eigentlich immer der Dienst für andere Menschen. In den Zielen des Vereins ist von Verständigung und Bürgersinn die Rede, vom Eintreten für die Entwicklung der Gesellschaft. Vor allem aber geht es darum, der Gemeinschaft zu dienen – ohne selbst daraus materiellen Nutzen zu ziehen. Nicht ohne Grund hat die weltweite Lions-Bewegung das schlichte „We serve“ (Wir dienen) als Motto gewählt.

Wie das gehen kann – ohne große bürokratische Reibungsverluste oder Verzögerungen – stellen die Syker Lions jetzt seit 35 Jahren unter Beweis. André Gutbrod weist nicht ohne Stolz auf die Bilanz hin, auf die der Verein blicken kann. Seit ihrer Charterfeier im Juni 1982 haben die Syker Löwen mehr als 550 000 Euro an Spenden für unterschiedliche Zwecke gesammelt.

Dieses Geld kommt dabei – ein weiterer weit verbreiteter Irrtum – nicht etwa aus den Geldbörsen der Mitglieder. „Bei uns sollen die Mitglieder nicht spenden, sondern die Allgemeinheit motivieren“, stellt Gutbrod klar. Was das im Klartext heißt, konnte man zum Beispiel jüngst bei den Weihnachtlichen Kulturtagen sehen. An der Lions-Cafeteria herrschte fast ein Mitarbeiter-Überschuss, so viele ehrenamtliche Helfer hatten sich angeboten. Den Erlös von rund 2000 Euro erarbeitete sich das Team schließlich durch den Verkauf von Torten.

Nicht das dicke Portemonnaie ist ein Zeichen für einen guten Lion – sondern die Bereitschaft, sich mit Zeit und Engagement in den Dienst einer guten Sache zu stellen. Oder, noch besser, selbst eine Idee ins Rollen zu bringen, die letztlich vielen Menschen helfen kann.

Ein Paradebeispiel ist die regelmäßige Zahngoldsammlung, die Uwe Wehrenberg vor mittlerweile acht Jahren ins Leben rief. Aus den Erlösen wird Kindern aus einkommensschwachen Familien Unterstützung angeboten.

Spektakulär war auch das Gummientenrennen auf der Hache vor fünf Jahren. Die Bandbreite reicht dabei von einer monate- oder jahrelang geplanten Unterstützung bis zur Adhoc-Aktion. Also etwa von der Finanzierung eines Kühlfahrzeugs für die Syker Tafel bis zur Unterstützung einer in Not geratenen Familie vor Ort. „Da gibt es einen Beschluss – und am nächsten Tag ist das Geld da“, erklärt Gutbrod.

Dabei kommt jede Spende, die bei den Aktionen gesammelt wird, komplett bei den geförderten Projekten an. „Ohne einen Cent Abzug.“ 440 Spendenempfänger hat es seit der Gründung bereits gegeben.

Nur ein Aspekt der eingangs aufgezählten Vorurteile stimmt vielleicht ein bisschen, räumt der Barrier ein: die Geschichte mit der Altersstruktur. „Wir sind schon so die Generation 45plus.“ Das aber liegt vor allem an der beruflichen und familiären Entwicklung der Menschen: Wirklich engagieren könnten sich viele Männer eben erst, wenn die Kinder aus dem Haus sind.

Eine Mitgliedschaft bei den Lions ist ansonsten „viel unkomplizierter, als man denkt“, versichert Gutbrod. Man braucht nur einen „Paten“ aus den Reihen der Mitglieder. Auch dabei gehe es nicht um das gut gefüllte Portemonnaie: „Einkaufen kann man sich bei uns nicht.“

Rund ein Dutzend Projekte haben die Syker Lions 2016 in Form von Spenden oder gemeinnützigen Tätigkeiten unterstützt – in einem Umfang insgesamt rund 35.000 Euro. Auch im kommenden Jahr, so kündigt Gutbrod an, werden sie mit Sicherheit wieder in Erscheinung treten.

Karitativ, nicht konspirativ.

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