Fröhliches Liederfest im Syker Theater mit norddeutscher Musik

„Der Applaus ist berechtigt“

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Das „Blancke-Trio“ trat bei Lieder des Nordens im Syker Theater auf.

Syke - „Es gibt nicht viele Festivals dieser Art“, erzählte Kurt Grieme, der Ideengeber der Veranstaltung „Liederfest des Nordens“, sichtlich erleichtert. Denn schon in der Pause konnte er feststellen, dass sein Motto, „hier fröhliche Besucher zu sehen“, in Erfüllung ging.

Und tatsächlich. Die Freunde norddeutscher Musik kamen am Sonntagnachmittag voll auf ihre Kosten. Geschickt gewählte Begrüßungsworte von Ilse-Marie Voges, die die Veranstaltung lebhaft moderierte, hatten zur Folge, dass das Publikum schon vor dem ersten musikalischen Beitrag richtig in Stimmung kam. Und so hatte es das „Blancke-Trio“ aus Bremerhaven leicht, die Besucher mit ihren plattdeutschen Liedern sofort zu begeistern. Die Texte erzählten von der Schönheit der norddeutschen Natur, vom Meer, Wattwürmern, Frühstücksbrettern und Kaffeekannen und brachten gleich den norddeutschen Charme auf die Bühne. Zwischen den Liedern erfuhr man auch die eine oder andere Anekdote. So wurde zum Beispiel Norddeutschland mit Frankreich und Italien verglichen. Während Franzosen Charme besitzen und Italiener einen großen Wert auf schicke Kleidung legen, hat auch der nördliche Teil Deutschlands etwas Besonderes: Gülle in Hülle und Fülle. Das gleichnamige Lied zauberte den Gästen ein Lächeln ins Gesicht.

Der Umbau dauerte im wahrsten Sinne des Wortes nur wenige Sekunden und schon stand das Duo „Leuchtfeuer“ auf der Bühne. Georg Galts und Helmut Backer, waschechte Ostfriesen, hatten Heimatlieder, Oldies, deutsche Schlager und Seemannslieder in ihrem Gepäck. Teilweise nachdenkliche, aber auch lustige Lieder, gesungen mit viel Temperament, sorgten für einen Stimmungswechsel im Publikum. Viele Gäste erwiesen sich als textsicher und dankten den von Ilse-Marie Voges als „die älteste Boygroup der Welt“ vorgestellten Interpreten mit einem lang anhaltenden Applaus. Sehr passend zu den Beiträgen war auch die Bühnengestaltung. Im Hintergrund wurden auf eine riesige Leinwand Bilder projiziert, die die entstandene Stimmung passend ergänzten und so eine wohltuende Atmosphäre schafften. Beim „Regenlied“ hatte man den Eindruck, als ob es im Saal tatsächlich regnen würde.

Nach der Pause war der Lokalmatador an der Reihe: Didi Doctor aus Weyhe, der sich selbst mit dem Keyboard begleitete, reicht seinen gut gelaunten „Patienten“ die Wundermedizin, indem er Menschen und Natur „in schillernden Farben“ besang. Auch er beweist öfter Sinn für Humor, denn nach der Frage der Moderatorin, ob er als ehemaliger Arzt seinen Patienten auch schon vorgesungen habe, antwortet er: „Nach einem guten Lied wissen sie nicht mehr, wo sie Beschwerden haben und werden schnell gesund.“

Der Liedernachmittag steuerte allmählich auf seinen Höhepunkt zu. Unter beherztem Applaus des Publikums erschien „Godewind“ auf der Bühne. Mit dem Lied „Moin, Moin“ änderte sich wieder schlagartig die Stimmung. Das Tempo der Melodien gewann an Fahrt, der Rhythmus wurde schneller und die Rock’n-Roll-Anteile sorgten immer wieder für rhythmisches Klatschen in den Besucherreihen. Dabei durfte natürlich das Lied „Regenbogenkinder“, mit dem die Gruppe 1990 den legendären Wettbewerb „Lieder so schön wie Norden“ gewonnen hatte, nicht fehlen. Eine Mischung von Abba-Hits und das abschließende Finale aller Interpreten, die gleichzeitig auf der Bühne agierten, ließen kaum einen Musikfan ruhig auf seinem Stuhl sitzen. Als das Klatschen des Publikums nach der knapp dreistündigen Veranstaltung nicht aufhören wollte, kontert Godewind geschickt: „Der Applaus ist berechtigt.“

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