Grundbesitzer sehen Baugebiet in Gefahr

Lerchenfeld II: Zoff ums Geld

Blick vom geplanten Baugebiet Lerchenfeld II in Richtung Bassumer Landstraße: Durch die Lücke in der Bildmitte würde die Erschließungsstraße verlaufen, Archivfoto: Voges

Von Michael Walter

Syke – Ist das Baugebiet Lerchenfeld II in Gefahr? Einzelne Grundinhaber befürchten das. Denn es gibt noch immer offene Fragen, und im Hintergrund tickt eine Zeitbombe.

„Der Vertrag mit der Firma Parc-Bauplanung läuft am 31. Dezember aus. Wenn bis dahin nichts passiert ist, gehen die Grundstücke wieder an ihre eigentlichen Besitzer zurück und das Baugebiet ist erst einmal auf Eis gelegt“, teilt einer dieser "eigentlichen Besitzer" mit, der namentlich nicht genannt werden möchte. „Danach müsste neu mit jedem Grundstückseigentümer verhandelt werden – und wir glauben aus bestimmten Gründen nicht, dass alle Grundstückseigentümer nach dem Auslaufen des Vertrages wieder unter einen Hut zu bekommen sind.“

Bürgermeisterin Suse Laue bestätigt, dass es solch eine Regelung gibt. „Das Gebiet muss bis Ende des Jahres baureif sein.“ Sonst verfallen die Vorverträge. Sie sieht darin aber kein grundsätzliches Problem. Auch wenn der Rat der Stadt und seine Gremien derzeit coronabedingt nicht tagen können. „Bis zum Jahresende ist es ja noch ein bisschen hin“, sagt Laue.

Beim eigentlichen Problem geht es ums Geld: Die Parc-Bauplanung mit Sitz in Hoya müsste sich gegenüber der Stadt Syke vertraglich verpflichten, für die Erschließungskosten des Baugebiets aufzukommen. Das ist in Syke seit Jahrzehnten so gängige Praxis. Gibt es aber irgendwann einmal ein Baugebiet Lerchenfeld III, würde vermutlich ein anderer Erschließungsträger von der Leistung profitieren, die das Hoyaer Unternehmen jetzt für erbringen muss. Nämlich vom Bau der Zufahrtsstraße. Dafür will Parc-Bau vorsorgen und sich eine Erstattung der Baukosten für diese Straße in den Vertrag schreiben lassen.

„Das funktionier so nicht“, sagt Bürgermeisterin Suse Laue dazu und erklärt: „Für Lerchenfeld II müssen Parc-Bau und die Stadt einen Erschließungsvertrag abschließen. Eine Regelung für Lerchenfeld III können wir darin aber gar nicht festschreiben, weil ich keinen Dritten verpflichten kann, Parc-Bau Kosten zu erstatten. Das wäre nicht rechtswirksam.“ Zumal, so Laue weiter, derzeit überhaupt noch nicht absehbar sei, ob der dritte Bauabschnitt überhaupt kommt, geschweige wann. „Und selbst wenn er kommt, würde nicht der gesamte Abschnitt über diese Straße erschlossen werden, die Parc-Bau jetzt errichten muss.“

Worauf sich die Bürgermeisterin einlassen würde: In den Erschließungsvertrag einen Passus aufzunehmen, der sinngemäß sagt, „kommt der dritte Abschnitt bis zu einem Zeitpunkt x, würde die Stadt Parc-Bau einen Teil der Kosten für die Straße erstatten. „Aber Parc-Bau muss auf jeden Fall in Vorleistung gehen“, betont Laue.

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