Syker Designerin macht mit kreativen Taschen international auf sich aufmerksam

Vom Lerchenfeld in die Vogue

Sandra Leibner designt Taschen und Schmuck-Armbänder aus Lachs-Leder. Mit ihrer Kollektion hat es die Sykerin jetzt dreimal nacheinander in die British Vogue geschafft. - Foto: Heinfried Husmann

Syke - Von Michael Walter. Wenn du etwas ordentlich erledigt haben willst, dann mach' es selbst. – Das hat sich Sandra Leibner auch gesagt, als sie vor ein paar Jahren die Läden nach einer neuen Handtasche durchstöberte. Sie fand nichts, was ihr gefiel. Also machte sie sich ihre Traum-Tasche in Handarbeit selbst. Daraus ist heute eine eigene Kollektion geworden, mit der es die Sykerin jetzt sogar dreimal nacheinander in die britische Ausgabe der Vogue geschafft hat.

Den Weg dahin schildert die 43-Jährige im Schnelldurchlauf: Sandra Leibner stammt aus Sulingen, lebt seit 1999 in Syke und ist studierte Wirtschaftswissenschaftlerin. Bis zu ihrer Entscheidung aus Einkaufsfrust hatte sie noch nie in ihrem Leben etwas genäht. „Ich habe mich erstmal an Vorlagen orientiert und eine Stofftasche genäht. Stoff ist aber nicht für alle Jahreszeiten geeignet. Also habe ich nach einer Lederfirma Ausschau gehalten, die meine Entwürfe umsetzen könnte.“ Der Gedanke war dabei durchaus schon von Anfang an vorhanden, die Taschen auch zum Verkauf anzubieten.

2011 ging Sandra Leibner mit ihrer ersten Kollektion in den Online-Verkauf. „Auf ganz kleiner Flamme“, wie sie betont. Inzwischen ist daraus ihr Haupterwerb geworden. Die Entwürfe macht sie in ihrem Arbeitszimmer in ihrer Wohnung im Lerchenfeld. Die Fertigung ist komplett Made in Germany. Der Vertrieb erfolgt überwiegend online sowie in ausgewählten Fachgeschäften, mit denen die Sykerin auf den diversen Messen in Kontakt gekommen ist, die sie praktisch in ganz Deutschland besucht.

Zwei Besonderheiten zeichnen Leibners Taschen aus: Sie kombiniert Rindsleder mit Lachsleder, das sich sehr weich anfühlt und mit seiner Schuppenstruktur fast wie Schlangenleder wirkt. Und bei jeder Tasche lässt sich das Innenleben aus Stoff herausnehmen und mit wenigen Handgriffen in eine eigenständige Hand- oder Umhängetasche verwandeln. „Man muss sich ja irgendwie von den anderen Herstellern abheben.“

Das hat so gut geklappt, dass die Redaktion der britischen Vogue-Ausgabe bei Sandra Leibner angefragt hat, ob sie nicht vielleicht gern auf den Designer’s Profile-Seiten dabei sein möchte. Wollte sie! Und somit tauchen in den Ausgaben Mai, Juni und Juli jeweils kleine Porträts von Artikeln ihrer Marke „Avrillo“ auf. „Ob die nun über eine der Messen auf mich gekommen sind oder über andere Veröffentlichungen? Das weiß ich nicht“, sagt sie. „Aber ich freue mich sehr darüber. Die Produktfotos für die Vogue hat übrigens der Syker Fotograf Matthias Strohmeyer gemacht.“

Nebenbei designt Sandra Leibner mittlerweile auch Armbänder und Gürtel. „Und ganz vereinzelt Hundehalsbänder“, lacht sie. Ob sie das Sortiment noch ausweiten will, weiß sie noch nicht. Möglichkeiten gäbe es schon. „Ich hab sogar ‘ne Anfrage aus China.“ Aber der Aufwand ist enorm. „Ich mach ja alles alleine. Ich bin sogar mein eigener Außendienst.“

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