Planverfahren geht im insgesamt vierten Jahrzehnt seinem Abschluss entgegen

Lerchenfeld II: Bauausschuss läutet letztes Kapitel ein

Blick vom geplanten Baugebiet Lerchenfeld II in Richtung Bassumer Landstraße. 
Foto: Voges
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Blick vom geplanten Baugebiet Lerchenfeld II in Richtung Bassumer Landstraße. Foto: Voges
  • Michael Walter
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Syke – „Gut Ding will Weile haben.“ Stadtplaner Wolfram Schneider ging unwillkürlich dieses Sprichwort durch den Kopf, als er am Montagabend im Bauausschuss den Satzungsbeschluss für das Baugebiet Lerchenfeld II erklärte. Die Planungen dafür laufen seit insgesamt mehr als 30 Jahren.

In den 1980er-Jahren wurde der erste Bauabschnitt – Lerchenfeld I – beschlossen und realisiert. Ein Politikum, weil die Häuser, die dort entstanden, hinterher ganz anders aussahen, als große Teile des Syker Rats sich das anfangs vorgestellt hatten: Größer, verdichteter, städtischer. Ganz legal, übrigens. Durch cleveres Ausnutzen der Möglichkeiten, die das Baurecht und die Festsetzungen im Bebauungsplan hergaben. Aber mit noch etwas war man hinterher nicht glücklich: dass das Baugebiet vom Rest der Stadt nahezu hermetisch abgeriegelt war. Durch die Straßenführung und Erdwälle.

Der zweite Bauabschnitt lag deshalb lange Zeit auf Eis. Noch mal so ein „Trum“ direkt daneben war ganz einfach politisch nicht gewollt.

In den Jahrzehnten seither gab es mehrere Versuche, den Abschnitt Lerchenfeld II doch noch zu bauen. Anders. Besser. Doch über die Startphase ist keiner dieser Versuche je hinausgekommen. Bis vor ein paar Jahren das Hoyaer Unternehmen Parc Bau als Investor in Erscheinung trat.

Doch auch da lief längst nicht alles glatt. Die Interessen von Stadt und Politik auf der einen Seite und Parc Bau auf der anderen unter einen Hut zu kriegen, gestaltete sich zäh und schwierig. Parc Bau vertrat die Auffassung: Wenn wir das Baugebiet erschließen, wollen wir auch die Häuser dort bauen. Solch eine 100-prozentige Bauträgerbindung wollten Rat und Verwaltung aber nicht. Dann ging es um die Frage, wie viele Häuser an genau welchen Stellen entstehen sollten und wo was wie groß gebaut werden dürfte. Und über solche und andere Meinungsverschiedenheiten dieser Art zog sich auch dieses Planverfahren wieder so lange hin, bis am Ende die Uhr drohend tickte: Ist Lerchenfeld II am Ende dieses Jahres nicht baureif, verlieren die Vorverträge über den Grunderwerb ihre Gültigkeit, und das Land fällt wieder an seine ursprünglichen Besitzer zurück.

Montag im Bauausschuss konnte Wolfram Schneider nun bestätigen: „Wir haben eine gute Planung hinbekommen und gute Kompromisse schließen können.“ Auch die zuletzt noch offenen Fragen über Dachhöhen und zusätzliche Maßnahmen gegen Oberflächenwasser seien geklärt. „Der Investor hat alle Verträge unterschrieben.“

Nur den alles entscheidenden Erschließungsvertrag mit der Stadt noch nicht, warf Schneiders Vorgesetzter, Bauamtsleiter Hein Sievers, ein. Eine „Geldsache“ sei noch nicht einvernehmlich geregelt, hieß es. „Der Erschließungsvertrag wird aber bis zur Ratssitzung unterschrieben sein.“

Viel hatte der Ausschuss an der Vorlage für den Satzungsbeschluss nicht zu bemängeln. Und so gab er am Ende einstimmig (bei einer Enthaltung) dem Rat der Stadt die Empfehlung, diese Satzung zu beschließen. Dann wäre das Planverfahren beendet und die eigentliche Arbeit am Baugebiet könnte beginnen.

„Insgesamt war das eine schwere Geburt“, meinte Wilken Hartje (CDU). „Das lag aber nicht an der Politik!“ Der Bebauungsplan schlage viele Fliegen mit einer Klappe, weil er viele verschiedene Wohnformen ermögliche.

Im Lerchenfeld II könnten ungefähr 80 Wohnungen entstehen. Einzel-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser sowie kleinere Reihenhäuser. Auch für einen neuen Kindergarten ist Platz eingeplant.

Von Michael Walter

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