Die Leiterin der Museumspädagogik im Kreismuseum liebt ihr jahrzehntealtes Utensil: Kinder lernen daran, wie Waschen früher ging

Bärbel Kröner und ihre Zinkwanne: Viel mehr als nur Deko

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Museumspädagogin Bärbel Kröner und eine der Zinkwannen im Kreismuseum.

Von Frank Jaursch. Sie steht wie keine andere für die Museumspädagogik im Kreismuseum: Vor rund 20 Jahren hat Bärbel Kröner ihre Tätigkeit aufgenommen. Unter ihrer Ägide wurde vor 15 Jahren die Pädagogik im Kreismuseum zu dem, was heute in jedem Jahr viele hundert Kinder begeistert.

„Wir haben einen großen Aufwand betrieben, um die Museumspädagogik neu zu organisieren“, erinnert sie sich. Zu viert waren sie damals. Mittlerweile teilen sich 15 bis 20 Mitarbeiterinnen die vielen Aufgaben. Längst ist der Bereich den Kinderschuhen entwachsen: Allein 17 verschiedene Angebote finden sich auf der Museums-Homepage.

Die jungen Besucher bekommen auf anschauliche Weise vermittelt, wie das Leben vor vielen Jahrzehnten aussah. Und weil Kröner bis heute mit Herzblut bei der Sache ist, kommt es nicht überraschend, dass sie einen Gebrauchsgegenstand zu ihrem Lieblings-Exponat erkoren hat: die Zinkwanne, für Mütter vor Generationen ein unentbehrliches Utensil.

„Sehr vielseitig, früher wie heute“, sagt Kröner. Mehrere davon sind im Kreismuseum im Gebrauch: Eine steht im Wohlfühlgarten, andere sind regelmäßig im Gebrauch – beim Thema „Wäsche waschen“.

Waschmaschine auf, Wäsche rein, Knopf drücken und warten? So läuft das nicht im Kreismuseum. Hier ist noch echte Handarbeit gefragt. „Das ist ein ganz beliebtes Thema“ sagt Kröner, „weil es den Kindern richtig Spaß macht. Die sind ganz begeistert und wollen immer noch mehr waschen.“

Auch Kröner ist das Angebot ans Herz gewachsen – seit der Gründerzeit ist es bereits im Programm. Und mit ihm auch die Zinkwanne. Die ist schließlich nicht nur für die Wäsche im Gebrauch, sondern auch, „um Äpfel zu waschen – oder um sich selbst zu waschen.“

Und heute? Erfährt sie ein Comeback außerhalb ihrer eigentlichen Bestimmung. Sie wird als Dekorationsstück genommen, in das Blumen eingepflanzt werden. „Es ist schick, so ein altes Teil im Garten zu haben“, sagt Bärbel Kröner.

Wer so eine Wanne in der Hand hat, spürt, dass so ein stabiles Stück für den Dauergebrauch gedacht ist. Auch die Kinder merken das, wenn sie die Waschtechniken von früher lernen, mit Rubbelbrett, Kernseife und Wringe.

„Ab und zu macht Hermann noch den Heizkessel an in der Scheune, zum Wäschekochen.“ Es selbst zu machen, es selbst zu erleben – das ist es, was bei den Kindern einen viel stärkeren Eindruck hinterlässt. „Nur reden und zuhören? Das geht hier rein und da wieder raus.“

Mit der Zinkwanne passiert das nicht. Die ist auch nach Jahrzehnten noch dicht.

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