Premiere am 24. Februar

Theaterwerkstatt Syke studiert Komödie „Carlo kummt in’n Katalog“ ein

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Alle Augen auf Frank Mithöfer (v.r.): In „Carlo kummt in’n Katalog“ verlangt er als Hypochonder Carlo nach der Aufmerksamkeit von Maren Kanther (Mutter), Karin Wülbern (Ehefrau) und Christian Schröder (Arzt).

Syke - Von Marc Lentvogt. Weinend sitzt Sissi Kanitzke auf der Couch. Ihr Mann Carlo bereitet ihr seit Tagen nur Kummer. Schwiegermutter Gitta stutzt und wird für einen Moment wieder zu Maren Kanther. „Warum sitzt du nicht auf dem Sessel?“ Sissi unterbricht ihr Schluchzen. „Nee, das passte nicht.“

Ein kurzes Intermezzo, nach dem der Kopf wieder weinend in den Händen versinkt. Als Ausgleich für die ungeplante Pause ist das folgende Schluchzen noch etwas lauter.

Noch läuft nicht alles rund bei der Theaterwerkstatt Syke, aber genau dafür sind Proben da. Die letzten Details und Feinheiten werden abgestimmt, damit in wenigen Wochen keine Fragen mehr offen sind – zumindest bei den Darstellern. Wenn die Zuschauer durch die fünf Akte hindurch mitfiebern, wie das Stück ausgeht, dürfte es der Theaterwerkstatt grade recht sein. Die erste Möglichkeit dazu besteht bei der Premiere von „Carlo kummt in’n Katalog“ am Samstag, 24. Februar, 20 Uhr.

Zwei Proben die Woche

Zweimal wöchentlich treffen sich die Darsteller seit Oktober, um die plattdeutsche Komödie von Inge Debelts einzustudieren. Am Mittwochabend durfte erstmals ein Außenstehender einen Blick auf die Kulissen werfen. Als Höhepunkt präsentierten Maren Kanther, Karin Wülbern, Frank Mithöfer und Christian Schröder das sehenswerte Happy End.

In der Ansammlung „skurriler Charaktere“, wie Kanther sie nennt, sticht Mithöfer als Carlo Kanitzke hervor. „Carlo ist immer kurz vor dem Sterben“, beschreibt der Darsteller seinen Charakter, den er voller Lust und Leidenschaft verkörpert. Gelegentlich ist dabei die Lust größer als das Leiden. Mithöfers schmerzverzerrtes Gesicht lässt an diesem Abend nicht nur einmal ein breites Grinsen durchscheinen.

Gut verständliches „Theater-Platt“

Mit so ausdrücklicher Mimik schmücken die Schauspieler der Theaterwerkstatt aus, dass das Zuschauen auch Spaß bereitet, wenn ein einzelnes Wort mal nicht verstanden wird. Das „Theater-Platt“ des Ensembles ist jedoch gut verständlich. „Wenn jemand sich fühlt, als könnte er keine Karte kaufen, weil er Platt nicht versteht – das sollte kein Hindernis sein.“ Na gut, wer so schön leidet wie Frank Mithöfer, der darf als Dank für die Darbietung etwas Werbung in eigener Sache machen.

Zu Hause bei Kanitzkes ist es hell und mit Ausnahme einiger Stolperfallen, die Mithöfer nur allzugern ansteuert, um von Trümmerbruch zu Trümmerbruch zu eilen, sehr gemütlich. Das schlichte, aufgeräumte Bühnenbild auf der Diele des Kreismuseums bietet genug, um sich in die vier Wände der lauten Familie hineinzudenken, ohne zu viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. 

Der wahrscheinlich schöne Blumenstrauß kommt derzeit noch in Form einer Plastikflasche daher, die Snackwurst existiert derzeit nur imaginär, doch wie schade wäre es, gäbe es bei der Premiere keine Geheimnisse mehr.

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