Präsident der Landesschulbehörde in Syke

Lehrermangel: „Situation bleibt angespannt“

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Der Präsident der Landesschulbehörde, Ulrich Dempwolf, besucht seine Mitarbeiter in Syke. 

Syke - Von Julia Kreykenbohm. Sie wird wohl weiterhin eine Herausforderung für die Landesschulbehörde bleiben, weil schlicht und ergreifend die Bewerber für manche Regionen fehlen. Die Rede ist von der Unterrichtsversorgung. „Angespannt“, beschrieb der Präsident der Landesschulbehörde, Ulrich Dempwolf, die Situation am Mittwoch bei seinem Besuch in der Außenstelle Syke.

„Die jungen Leute wollen alle lieber in die Städte, wie Göttingen“, sagt Dempwolf, der regelmäßig die neun Außenstellen besucht. Hinzu komme eine Veränderung in der Lehrerausbildung, durch die Grund- und Realschullehrer ein Jahr länger studieren müssen als zuvor. Das erkläre auch den derzeitigen Engpass bei den Grundschullehrern, der dazu führt, dass häufig Gymnasiallehrer abberufen werden. Auch im Kreis Diepholz: „Für 321 Stunden wurden Kräfte verschoben, das sind ungefähr zwölf Stellen.“ Damit liegt Diepholz knapp über dem Durchschnitt. Dempwolf glaubt, dass sich die Lage bald wieder etwas lockern werde – aber angespannt bleibe. Deswegen entwerfe die Landesschulbehörde auch Konzepte, dem Lehrermangel in ländlichen Regionen entgegenzuwirken: „Wir wollen Anreize schaffen und überlegen, Quereinsteigern den Weg zu ebnen oder vielleicht Pensionäre zurückzuholen.“

„Wir versuchen das Beste“

Wie genau diese Anreize aussehen werden, sei noch nicht klar, aber ein Stipendiaten-Konzept, wie es der Landkreis Diepholz für angehende Ärzte aufgelegt hat, um sie nach dem Studium zurück in die Region zu holen, sei für die Landesschulbehörde nicht geeignet.

Den Unmut der Bürger über den Lehrermangel könne man verstehen, doch „wir versuchen das Beste“, betont Uwe Mensching, Leiter des Dezernates Zwei, in der Regionalabteilung Hannover. Das Dezernat unterstützt und berät alle Schulformen außer Gymnasien, Berufsschulen und Gesamtschulen beispielsweise bei Schulprogrammen und der Sicherstellung der Unterrichtsversorgung.

Es ist in der Außenstelle Syke angesiedelt, ebenso wie das Dezernat Fünf, das Schulpsychologische Dezernat, das unter anderem für Krisen, Notfälle und Präventionsarbeit zuständig ist und alle Schulformen unterstützt.

Die Außenstelle Syke ist Ansprechpartner für die Landkreise Diepholz und Nienburg und das heißt für 102 Schulen, 21.189 Schüler (Dezernat Zwei) und 12.763 Schüler (Dezernat Fünf). 400. 000 bis 500.000 Anfragen fallen im Jahr an, von Schulen oder Angehörigen von Schülern. Alles, was mit Personal und Inhalten zu tun hat, landet auf dem Tisch der Außenstelle, die dann wiederum in Hannover nachfragen oder Hilfe anfordern kann. Außerdem muss die Behörde sicherstellen, dass die Inhalte in einem vernünftigen Rahmen vermittelt werden können, also dass es beispielsweise für den Kochkurs eine gute Küche gibt.

Für das zweite Schulhalbjahr 2017/2018 sind für das Land Niedersachsen 1.100 Lehrerstellen ausgeschrieben. „Unsere Behörde hat den größten Personalkörper nach VW“, beschreibt Präsident Dempwolf die gewaltigen Ausmaße.

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