109 Absolventen feiern im voll besetzten Forum der Realschule Syke ihren Abschluss / „Wir erinnern uns an die schönen Dinge“

Der Lehrer war immer der Gärtner

Sie haben es geschafft: Die Zeit an der Realschule Syke liegt hinter den 109 Absolventen. Nun stehen die Jugendlichen vor neuen Herausforderungen. - Foto: Heinfried Husmann

Syke - Von Tobias Kortas. Viel Lob hatte Schulleiter Rolf Rosenwinkel für die 109 Abgänger der Realschule Syke: Er berichtete, dass 62 Prozent der Absolventen die Berechtigung erworben hätten, das Gymnasium zu besuchen. „Das ist ein super Erfolg. Darauf könnt ihr stolz sein.“

Das Forum der Realschule war zur Entlassungsfeier gestern Vormittag brechend voll. Fast bis ans Ende der angeschlossenen Pausenhalle waren die Reihen dicht besetzt. Die Schule hatte vorgesorgt: Per Leinwand und Video-Beamer hatte man auch von den hinteren Reihen aus einen guten Blick auf die Bühne.

„Endlich keinen Sport-Unterricht und keine langweiligen Ausführungen im Wirtschaftsunterricht mehr“: Es schien so, als spreche Rolf Rosenwinkel den Realschul-Absolventen aus der Seele. Doch das war ironisch gemeint. „Der Gedanke, dass jetzt Urlaub ist, ist ein Trugschluss“, bekräftigte er. Schließlich ginge das selbstständige und eigenverantwortliche Leben jetzt erst los.

Der Schulleiter bedauerte, dass sich viele Jugendliche nicht für aktuelle politische Themen wie die Flüchtlingsproblematik, den Rechtsruck durch die AfD oder die Attentate von Paris interessieren würden. Er forderte von den Absolventen, aktiv zu sein, sich auch für andere zu engagieren und sich immer selbst eine Meinung zu bilden.

Bürgemeisterin Suse Laue stimmte die Absolventen auf ihren neuen Lebensabschnitt ein. Sie zitierte Verse von Erich Kästner: „Der Lehrer ist kein Zauberkünstler, sondern ein Gärtner. Er kann und wird euch hegen und pflegen. Wachsen müsst ihr selber.“ Gewachsen seien die Schulabgänger, aber erst zu einem jungen Baum geworden. Nun gehe es für die Jugendlichen darum, weiter zu wachsen, indem sie eigenverantwortlich sowie unabhängig werden. Laue forderte sie auf, sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen. „Wenn ihr nicht gleich ein Tor schießt, kommt der nächste Angriff, die nächste Chance bestimmt.“

Die Klasse 10d hatte einen amüsanten Rückblick auf sechs Jahre Realschule vorbereitet. Angefangen als „kleiner Scheißer“, habe man über die Jahre zahlreiche Eindrücke gesammelt: von der nur begrenzt an Urlaub erinnernden Farbe einiger Klassenräume bis hin zu den Bundesjugendspielen, vor denen man sich einfach nicht drücken konnte. Zudem würden nun langsam auch die Lehrer lernen, Computer und Beamer hochzufahren.

Emotional wurde es bei der Ansprache der Schülervertreter Maximilian Kelhar und Joana Gierth. „Wir erinnern uns vor allem an die schönen Dinge, wie den Frankreichaustausch“, meinte Maximilian Kelhar.

Joana Gierth erinnerte derweil daran, dass der Ernst des Lebens jetzt erst losgehe. Einige ihrer Mitschüler hätten sich für eine Verlängerung der Schullaufbahn, andere für eine Ausbildung entschieden. „Ich wünsche uns, dass wir uns die richtigen Ziele gesetzt haben.“ An die Lehrer gerichtet sagte sie: „Das war sicher nicht immer einfach mit uns.“

Unterhaltsam und zum Teil bewegend waren verschiedene Musik-, Tanz- und Akrobatikauftritte von Schülern und Absolventen.

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