Aly Tadros spielt auf Gitarre und fünfsaitiger Vihuela im Kreismuseum

In Leggings und Blazer auf der Bühne

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Aly Tadros gab ein Konzert im Kreismuseum

Syke - Von Rainer Köster. Ihre aparte Erscheinung steht ein wenig im Widerspruch zu dem recht lieblosen Ambiente, in dem sie sich an diesem Abend wiederfindet. In schwarzem Blazer und Leggings, mit wenigen Accessoires in Pink strahlt Aly Tadros vom ersten Augenblick die knapp 20 Besucher an, die sich auf der Diele des Kreismuseums eingefunden haben.

Neben ihr ein Kofferverstärker auf einem Stuhl, vor ihr das Mikro und hinten im Saal ihr CD-Koffer neben ein paar Getränken: Wie gewohnt fährt die Agentur „songs&whispers“ die Auftritte ihrer Künstler in konsequentem Sparmodus.

Doch Aly Tadros wird in dieser Hinsicht einiges gewohnt sein. Die 29-jährige Songwriterin mit Studium der spanischen, türkischen und arabischen Sprachen stammt aus Laredo, Texas. Inzwischen lebt sie in New York, wenn sie nicht, als von ihren Songs lebende Musikerin, durch die halbe Welt tourt. Ihr voraus ging der Ruf, vor zwei Jahren mit einer kleinen Band die hervorragende CD „Fits“ eingespielt zu haben: Kleine, bisweilen an Norah Jones und Katie Melua erinnernde, präzise erzählte Neo-Folk-Geschichten.

Zurzeit tourt sie 14 Tage lang vorwiegend durch Nordwestdeutschland, mit bisweilen zwei Auftritten am Tag. Auch am Dienstag war sie gegen Mittag noch im Theatersaal der Bremer Uni zu Gast, bevor sie um 20 Uhr im Kreismuseum vor ihr Publikum trat. Nach Syke brachte sie nur ihre Gitarre mit sowie eine kleine fünfsaitige Vihuela mit, die man vor allem aus der mexikanischen Mariachi-Musik kennt. Ihrer sparsamen Wirkung als Soloinstrument schien die Künstlerin ein wenig zu misstrauen, jedenfalls kam sie nur bei einem Lied zum Einsatz. In der Tat bekommt die Gitarre den zarten Balladen und behutsam intonierten Up-Tempo-Songs am besten.

Mit wechselnden offenen Stimmungen passte sie das Instrument den Stücken an, wechselte zwischen Fingerpicking und rhythmischem Anschlag. Ihre sanft volltönende, sich auch schon mal unvermittelt energisch aufschwingende Stimme trug die Songs über die Distanz des Konzerts, auch wenn die Reduktion auf die begleitende Gitarre deutlich machte, dass nicht jede Komposition den erwarteten Standard hielt. Durchweg schön aber sind die poetischen Texte ihrer oft auf den Tourneen entstanden Liebeslieder und Alltagsbeobachtungen. Höhepunkt war dennoch eine Fremdkomposition: Bei „Waterfall“ von TLC zeigte Aly Tadros, dass sie auch den Rap perfekt beherrscht. Am Ende ging der Hut rum. Kein spektakulärer, aber dennoch überzeugender Vortrag und das Publikum zeigte sich dankbar.

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