Werder-Fans der Lebenshilfe sind jetzt ein offizieller Werder-Fanclub

Lebenslang grün-weiß

Die Werderfans der Syker Lebenshilfe sind seit kurzer Zeit ein offizieller Werder-Fanclub. An Begeisterungsfähigkeit mangelt es ihnen nicht.
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Die Werderfans der Syker Lebenshilfe sind seit kurzer Zeit ein offizieller Werder-Fanclub. An Begeisterungsfähigkeit mangelt es ihnen nicht.

Syke – Als Romano Schmid in der 59. Minute zum ersten Mal aufs Darmstädter Tor schießt, keimt die Hoffnung auf im Gruppenraum der Erlenschule. Sofort sind die Werder-Werder-Rufe wieder da. Ein gutes Dutzend junger Männer und Frauen schaut gemeinsam das Spiel von Werder Bremen bei Darmstadt 98. Es sind die Werder Fans der Syker Lebenshilfe. Und seit kurzer Zeit ist ihre Gruppe ein offizieller Werder-Fanclub.

15 Mitglieder zählen dazu. Allesamt Klienten beim Familienentlastenden Dienst der Lebenshilfe (FED). Uwe Meyer und Timotheus Pache sind ihre Betreuer. „Die meisten leben in der Wohnanlage an der Schlossweide 12“, sagt Meyer. „Einige wohnen bei ihren Eltern.“

Meyer ist so etwas wie der geistige Vater des Fanclubs. „Ich arbeite jetzt seit einem Jahr in der Schlossweide 12“, erzählt er. Und was ihm von Anfang an aufgefallen ist: „In den Wohnungen ist alles voll mit Werder. Poster, Kissen, Bettwäsche – alles.

Irgendwann hatte er vorgeschlagen: Lasst uns doch mal eine Tipprunde machen. Für die bildete sich schnell ein harter Kern, der dann auch zusammen die Spiele schauen wollte. „Dann machen wir das auch gleich richtig“, hatte Meyer gesagt und vorgeschlagen, einen Fanclub zu gründen.

Der Leitung des Familienentlastenden Diensts gefiel die Idee. Seinen Klienten so viel Teilhabe zu ermöglichen wie es geht, gehört immerhin zu seiner Grundidee. Und bei Werder Bremen rannte Uwe Meyer offene Türen ein. Dass eine Behindertengruppe nicht unbedingt einen regulären Verein mit Vorstand und Satzung organisieren könnte, sei da überhaupt kein Problem gewesen. Ein sehr formloser Antrag und eine Mitgliederliste waren alle, was es brauchte. Und jetzt hängt an einer Wand im Trakt des FED an der La-Chartre-Straße die offizielle Urkunde, mit der Werder Bremen der Gruppe den Status als Fanclub bestätigt.

 Sonntag hatten sich die Mitglieder schon eine ganze Weile vor dem Darmstadt-Spiel zum Pizza-Essen im Gemeinschaftsraum getroffen. Jetzt haben sie die Tische beiseite geräumt und die Rolläden runtergelassen. Kurz vor dem Anstoß geht der Tippzettel rum: Fast alle tippen auf einen deutlichen Werder-Sieg. „Nur zum Spaß“, betont Uwe Meyer. „Wer das Ergebnis genau richtig tippt, bekommt eine Tüte Haribo.“

Mit den ersten Bildern aus dem Stadion kommt Jubel auf. Klatschen, Fangesänge und Werder-Rufe, fast wie in der Ostkurve. Leider tut Werder überhaupt nichts, um diesen Spaßfaktor zu befeuern. Und als Darmstadt dann praktisch mit dem Pausenpfiff das 1:0 erzielt, ist die Luft erstmal raus.

Zu Beginn der zweiten Hälfte ist es ruhig – bis zu Werders eingangs erwähnten erstem Torschuss der Partie nach knapp einer Stunde. Doch Nicolai Rapps katastrophaler Fehlpass sorgt nur Minuten später für Fassungslosigkeit. „Was macht der denn da? Wo spielt der denn hin?“, kommentiert die Gruppe die Szene, die zu Darmstadts 2:0 führt.

Zwei Chancen kriegt Werder noch, Darmstadt gewinnt am Ende aber 3:0. Der Frust ist spürbar. Aber nur kurz. „Das kennen wir ja schon“, sagt Fan Philipp. „Das sind wir aus der letzten Saison ja gewohnt.“ Trotzdem: Beim nächsten Spiel werden sie wieder Werder anfeuern. Und auf einen Sieg tippen.

Von Michael Walter

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