Vortrag am 26. September

Ulrich Tatje in Syke: Eindrücke aus Israel und der Westbank

Ulrich Tatje berichtet im Erzählcafé über Palästina und Israel. Foto: Heinfried Husmann
+
Ulrich Tatje berichtet im Erzählcafé über Palästina und Israel.

Syke - Nein: den Nahost-Konflikt wird Ulrich Tatje nicht lösen können. Will er auch gar nicht. Aber seine Eindrücke will der Journalist im Ruhestand schildern. Am kommenden Donnerstag, 26. September, hält er im Café Alte Posthalterei gemeinsam mit seinem Reisegefährten Theodor Lanfermann einen Bildervortrag. Beginn: 19.30 Uhr.

Nicht viel mehr als eine flüchtige Stippvisite ist es gewesen, was die beiden im Frühjahr unternommen hatten. Über die Organisation „Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs“ waren sie für ein paar Tage mit einer Reisegruppe in Israel und in der Westbank. In ihrem Vortrag richten sie den Fokus ganz besonders auf die Frage: Wie lebt es sich in einem besetzten Land?

„Weitgehend normal“, nimmt Tatje im Pressegespräch die Antwort vorweg. „Die Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt, die Arbeitslosigkeit ist hoch, aber sonst führen die Leute dort ein ganz normales Leben.“

Was einerseits einleuchtend klingt – irgendwie muss man sich im Alltag ja mit der Realität arrangieren – und andererseits verwundert, angesichts eines 700 Kilometer langen Grenzzauns zwischen dem israelischen Kernland und den besetzten Palästinensergebieten. Und angesichts einer israelischen Siedlungspolitik, die laut Tatje selbst gegen israelische Gesetze verstößt – aber trotzdem immer wieder nachträglich legalisiert wird.

Tatje erzählt das fast ausschließlich aus der palästinensischen Perspektive – weil seine Reisegruppe hauptsächlich mit palästinensischen Organisationen gesprochen hat. „Ich will nicht sagen, dass ich objektiv bin. Wir sind auch in Jerusalem und Tel Aviv gewesen. Allerdings wir haben auch dort überwiegend Menschen kennengelernt, die sich für die Palästinenser eingesetzt haben. Aber wir haben einen Eindruck bekommen, wie das Leben unter der israelischen Besatzung läuft. Und den geben wir wieder.“

Gastgeber Johannes Huljus vom Verein Rund ums Syker Rathaus springt Tatje zur Seite: „In unserer Reihe Erzählcafé geht es ja nicht nur um Wissensvermittlung. Es geht vor allem um die persönlichen Eindrücke. Darüber wollen wir miteinander ins Gespräch kommen.“

Und was das betrifft, müssen die paar Tage in Israel wohl sehr intensiv gewesen sein. Tatje sprudelt geradezu über, wenn er davon erzählt. „Natürlich sind auch die Palästinenser Schuld an der Nicht-Lösung des Nahost-Konflikts. Es gibt auf palästinensischer Seite keine einigende Kraft. Vor allem, weil sie nicht wissen, wo sie eigentlich hinwollen: Einstaaten-Lösung oder Zweistaaten-Lösung? Ein friedliches Zusammenleben ist denkbar, aber derzeit nicht möglich.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

USA raten zum Tragen von Masken - Trump will nicht

USA raten zum Tragen von Masken - Trump will nicht

Politik appelliert: Anti-Corona-Maßnahmen einhalten

Politik appelliert: Anti-Corona-Maßnahmen einhalten

Erfolgsgeschichte: Mit dem Octavia begann Skodas Aufstieg

Erfolgsgeschichte: Mit dem Octavia begann Skodas Aufstieg

Der Blauregen hat viel Kraft

Der Blauregen hat viel Kraft

Meistgelesene Artikel

„Krise spielt mir ein bisschen in die Karten“: Twistringer schwört auf Schutz ohne Chemie

„Krise spielt mir ein bisschen in die Karten“: Twistringer schwört auf Schutz ohne Chemie

Physiotherapeuten arbeiten weiter: Wir sind keine Massagepraxen“

Physiotherapeuten arbeiten weiter: Wir sind keine Massagepraxen“

Coronavirus trifft Veranstaltungen in Syke: Absage-Welle setzt sich fort

Coronavirus trifft Veranstaltungen in Syke: Absage-Welle setzt sich fort

Vier DHL-E-Autos brennen aus: Löscharbeiten schwierig

Vier DHL-E-Autos brennen aus: Löscharbeiten schwierig

Kommentare