Laura Chavot macht praktische Reklame für Französischunterricht

Unterwegs in Sachen Sprache

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Laura Chavot (r.) war mit dem France Mobil gestern am Gymnasium zu Gast.

Syke - Von Michael Walter. Die junge Frau im gestreiften Pulli schreibt ihren Namen an die Tafel. „Laura“, liest eine Schülerin laut vor. Die Frau schüttelt den Kopf und wackelt mit dem Zeigefinger hin und her. Die Nachbarin der Schülerin versteht: Richtig gelesen, aber deutsch ausgesprochen und nicht französisch. „Lorah“ sagt sie, und die Frau nickt.

Dann malt sie einen Stern mit fünf Spitzen und nach innen abgerundeten Seiten an die Tafel: Frankreich aufs wesentliche reduziert. Die Schüler sollen nun sagen, welche französischen Städte sie kennen und sie auf der Karte einzeichnen.

„Französisch ist gar nicht so schwer, wie man immer sagt, und es macht Spaß.“ Das ist die Botschaft die Laura Chavot transportieren möchte. Und zwar quer durch Niedersachsen und Bremen. Mit dem „France Mobil“. Das ist im Prinzip ein kleines Kulturinstitut auf Rädern. Damit ist die 27-jährige angehende Lehrerin jeden Tag an einer anderen Schule. Gestern war sie am Syker Gymnasium.

„Was ich konkret mache, hängt immer davon ab, wie alt die Schüler sind, mit denen ich es zu tun bekomme, und welche Vorkenntnisse sie haben“, erzählt Chavot.

Die 17 Gymnasiasten, die ihr gerade an den Lippen hängen, sind Siebtklässler und haben erst im zweiten Jahr Französisch. Da ist der Wortschatz noch überschaubar. Entsprechend viel muss spielerisch geschehen. Ansonsten arbeitet sie gern auch mit Musik und Videos.

Was die Schüler zunächst ein bisschen irritiert: Laura Chavot kommt aus dem Süden Frankreichs, und da spricht man eben etwas anders, als sie es aus dem Unterricht kennen. Am auffälligsten wird das immer, wenn Laura Ja sagt: Sie zieht das „Oui“ mächtig in die Breite und spricht es wie „Ouä“ aus. Julia Yin, die Französischlehrerin der Klasse, findet das zum einen ganz amüsant und zum anderen aber auch ganz nützlich. „Das ist eben so, wenn man es mit Muttersprachlern zu tun hat. Wir hatten zwar im Unterricht mal drüber gesprochen, dass es auch im Französischen verschiedene Dialekte gibt. Aber es ist immer eine sinnvolle Erfahrung, wenn man das mal direkt erleben kann.“

Hinter der Idee des „France Mobil“ stehen die französische Botschaft in Deutschland, das Institut Français, das Deutsch-französische Jugendwerk und die Robert-Bosch-Stiftung. Sinn: Die Schüler sollen Lust bekommen, Französisch weiter zu lernen und das Fach nicht bei erster Gelegenheit abzuwählen. Bundesweit hat das „France Mobil“ seit 2002 mehr als 11000 Schulen besucht.

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