Lara und Mira Sivulka rezitieren mit Vater Juraj deutsche Dichter

Vom Lyrik-Virus infiziert

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Juraj Silvulka mit seinen Töchtern Mira (links) und Lara.

Syke - Von Michael Walter. „Oh, mein Gott – Du machst so was Peinliches!?“Lara Sivulka kann sich noch genau an die ersten Reaktionen erinnern, als ihre Klasse herausfand, was sie in ihrer Freizeit macht. Die 13-Jährige geht nicht ins Dschungelcamp, und singt auch keine schrägen Lieder vor Dieter Bohlen oder anderen Casting-Jurys. Es ist viel schlimmer: Sie rezitiert Gedichte. Deutsche Klassiker, gemeinsam mit ihrem Vater.

Seit vielen Jahren schon tourt der mit seiner eigenen Literaturreihe erfolgreich durch die Region. „Ich rezitiere beim Üben halt so vor mich hin“, erzählt Juraj Sivulka. „Das hat Lara als Kleinkind schon aufgeschnappt. Und eines Tages, als ich gerade ein Gedicht vor mich hin sagte, hat sie einfach mit dem nächsten Vers weitergemacht.“

Lara fasziniert die geschliffene Sprache der Lyrik. „So redet man ja nicht. Ich fand das toll und wollte das unbedingt auch machen. Ich hab die ganze Zeit gebettelt, dass ich mitmachen durfte.“

Den Papa hatte Lara schnell um den Finger gewickelt. Die Mama war jedoch absolut dagegen. „Aber ich hab so lange gequengelt, bis ich durfte“, lacht Lara. Das war bei einem Mörike-Abend. Da war sie sechs. Und sie machte das so gut, dass am Ende auch die Mama überzeugt war.

„Ich glaube, ich war ziemlich aufgeregt“, erinnert sich Lara. „Alles war leise und alle haben mich angekuckt. Aber je mehr man spricht, desto sicherer wird man. Wenn man erstmal angefangen hat, ist das ein sehr schönes Gefühl.“

Inzwischen hat Lara schon oft mit ihrem Vater zusammen auf der Bühne gestanden und dabei nicht nur Gedichte rezitiert, sondern auch zu den Musikeinlagen beigetragen. Denn Lara spielt Querflöte und Geige, und dazu noch Keyboard in einer Band. Darüber hinaus geht sie dreimal in der Woche zum Kunstturnen, und gut in der Schule ist sie auch. Frage an die 13-Jährige: Du hast aber schon noch Freunde? „Doch“, lacht sie. „Und ich schlafe auch ab und zu, vor allem nachts.“

Inzwischen hat sich ihre kleine Schwester Mira ebenfalls mit dem Lyrik-Virus angesteckt: Auch sie unterstützt ihren Papa bei seinen Literaturabenden. Und der möchte diese töchterliche Mitwirkung gar nicht mehr missen. „Das ist richtig toll. Gedichte, in denen mehrere Figuren sprechen, können wir praktisch mit verteilten Rollen lesen“, sagt er. „Andere Stimme – andere Stimmung.“ Und außerdem: „Ich hab mich so daran gewöhnt.“

Das gilt wohl auch für Laras Klassenkameraden. „Da sagt heute kaum noch jemand was.“

Das Sivulka-Trio kann man das nächste Mal am Freitag, 19. Februar, um 20 Uhr in der Barrier Wassermühle erleben. Dann widmen sie sich Erich Kästner. Lara liest mit Papa Juraj im Dialog und Mira rezitiert drei Gedichte. Klavier: Bernhard Schencke.

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