Landkreis startet neues Projekt: „Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft“

Erwerbstätig trotz Familie

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Wollen die Wieder-Eingliederung von Frauen in den Berufsalltag unterstützen: Kea ter Vehn, Doris Gronwald und Landrat Cord Bockhop.

Landkreis Diepholz - von Robin Grulke. Das Leben vieler Frauen im erwerbstätigen Alter verläuft noch immer nach einem klassischen Muster. Auf eine kurze Zeit der Erwerbsarbeit folgt die Eheschließung, die Geburt von Kindern und der Austritt aus dem Berufsalltag. Nach der familiären Phase wünschen sich viele, sich wieder erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Um das zu unterstützen, ruft der Landkreis Diepholz nun die „Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft“ ins Leben.

Aufgrund des immer gravierender erscheinenden Fachkräftemangels musste sich auch der Landkreis Diepholz vermehrt die Frage stellen: „Gibt es eine Möglichkeit, mehr Frauen in den Arbeitsmarkt zu integrieren?“ Denn: Ein Großteil der Frauen, die ihre Erwerbstätigkeit aus familiären Gründen niederlegen, sind hochqualifiziert.

Nun Antwortet der Landkreis mit dem Projekt „Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft“, welche als Bindeglied zwischen Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Frauen, die eine Erwerbstätigkeit anstreben, fungieren soll.

Mithilfe der Koordinierungsstelle soll die Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt nach der Familienphase gefördert werden. Dies erfolgt unter anderem im persönlichen Gespräch mit der Projektleiterin und Diplom-Sozialarbeiterin Doris Gronwald sowie der Projektassistentin Kea ter Vehn. Diese beraten Berufs-(Wieder-)Einsteiger im direkten Kontakt mit Unternehmen und möglichen Arbeitgebern.

Im Idealfall sollen dafür Beratungsgespräche mit Wieder-Einsteigern in den Unternehmen stattfinden. Dabei sollen die Optionen innerhalb der Betriebe reflektiert und Möglichkeiten der Integration von Frauen in die Erwerbstätigkeit erörtert werden.

Über die individuelle Beratung hinaus sollen Gruppenseminare und Fachvorträge angeboten werden, die sich inhaltlich auf die speziellen Bedürfnisse derer beziehen, die ihre Berufsplanung aus familiären Gründen überdenken wollen oder müssen.

„Familienfreundlichkeit ist ein wichtiger Faktor für die Zukunftsfähigkeit unserer ländlichen Region. Die Gewinnung und Bindung von Fachkräften darf nicht an der Unvereinbarkeit von Familie und Beruf scheitern“, sagt Landrat Cord Bockhop.

Um dieser Inkompatibilität entgegenzuwirken, wird das Projekt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und vom Land Niedersachsen mit knapp 130000 Euro finanziert, was 85 Prozent der Gesamtkosten entspricht. So bringt der Landkreis, zusätzlich zum Rest der Kosten, „Engagement und die notwendige Infrastruktur“ mit, so Bockhop.

Das Projekt „Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft“ ist zunächst befristet bis zum 31. Dezember dieses Jahres. Sollte es erfolgreich verlaufen, ist eine Fortsetzung der Koordinierungsstelle geplant. „Wir hoffen auf das Interesse der Frauen sowie das der Unternehmen“, erklärt Cord Bockhop.

Für Informationen und zur Vereinbarung von Terminen sind Doris Gronwald und Kea ter Vehn unter Telefon 05441/9761457, 05441/9761459 oder per E-Mail an frauenundwirtschaft@diepholz.de zu erreichen.

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